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Klimawandel

Hitze erhöht Herzinfarktrisiko

An extrem kalten, aber auch heißen Tagen ist das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht. Daher könnte angesichts des Klimawandels in Deutschland mit einem Anstieg der Herzinfarktzahlen zu rechnen sein. Darauf deutet eine aktuelle Studie hin.
Annette Mende
22.03.2019
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Den Zusammenhang zwischen besonders hohen oder besonders kalten Außentemperaturen und dem Herzinfarktrisiko untersuchte aktuell eine Gruppe um Dr. Kai Chen vom Helmholtz-Zentrum München. »Wir wollten überprüfen, inwiefern sich das Herzinfarktrisiko aufgrund von Hitze und Kälte über die Jahre verändert hat«, erklärt Chen in einer Mitteilung des Zentrums. Das taten die Forscher anhand von Daten aus dem Augsburger Herzinfarktregister. Einbezogen wurden mehr als 27.000 Herzinfarktfälle, die sich zwischen 1987 und 2014 ergeignet hatten, sowie die meteorologischen Daten des jeweiligen Tages und der vorangegangenen Tage.

Die Forscher verglichen die Ergebnisse aus den Jahren 1987 bis 2000 mit denen zwischen 2001 und 2014. Zu beobachten war eine signifikante Zunahme des hitzeassoziierten relativen Herzinfarktrisikos von 0,93 auf 1,14. Herzinfarkte, die im Zusammenhang mit extremer Kälte standen, wurden dagegen über die Zeit seltener, wobei diese Entwicklung nicht statistisch signifikant war. »Inwiefern sich die Zunahme der hitzebedingten Herzinfarkte und die Abnahme der kältebedingten Herzinfarkte in Zukunft die Balance halten, muss man sehen«, sagt Seniorautorin Dr. Alexandra Schneider.

Chen weist auf ein Teilergebnis der Studie hin: Patienten mit Diabetes oder erhöhten Blutfettwerten waren besonders häufig von hitzeassoziierten Herzinfarkten betroffen. Solche kardiovaskulären Risikofaktoren könnten Patienten somit anfälliger für Hitze machen – eine Entwicklung, die mit Blick auf den Klimawandel bedeutsam werden könnte.

DOI: 10.1093/eurheartj/ehz116

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