Meistens liegt es an Speisen, Getränken oder am Rauchen, wenn jemand Mundgeruch hat. Den eigenen Mundgeruch wahrnehmen kann man nur sehr selten. / © Adobe Stock/andranik123
Knoblauch oder Zwiebeln gegessen, Alkohol getrunken, eine Zigarette geraucht? Das riecht man. Das ist normal. Ebenfalls normal ist es, dass man seinen eigenen Mundgeruch nicht riechen kann, das Gegenüber ihn jedoch wahrnimmt.
Wenn Mundgeruch jedoch nicht auf den Verzehr von Speisen und Getränken zurückgeführt werden kann, tauchen Fragen auf: Ist das noch normal? Was verursacht den Geruch? Und vor allem: Wie wird man ihn wieder los? Mit diesen Fragen wendet sich mancher auch an seine Apotheke.
Auch wenn die Begriffe häufig synonym verwendet werden, unterscheidet die Medizin Foetor ex ore (Geruch aus dem Mund) und Halitosis (Geruch in der Ausatemluft, der auch bei geschlossenem Mund wahrnehmbar ist). Letzterer gibt einen ersten Hinweis auf eine extraorale Herkunft. So kann Halitosis ihren Ursprung etwa in den Tonsillen (Mandelsteine), Nasennebenhöhlen, oberen Atemwegen oder im Magen haben.
Welche Verbindungen sich in der Ausatemluft finden lassen, hat der Chemiker und Nobelpreisträger Linus Pauling (1901 bis 1994) mittels Gaschromatografie untersucht. Er fand rund 200 verschiedene flüchtige Verbindungen; inzwischen sind bis zu 3000 identifiziert. Sie machen nur rund 1 Prozent der Ausatemluft aus – für die Geruchsbildung reicht das jedoch offenbar. Gefunden wurden unter anderem Schwefelverbindungen wie H2S und Methanthiol, Stickstoffverbindungen wie Amine, Ketone wie Aceton sowie Carbonsäuren wie Buttersäure.
In rund 90 Prozent der Fälle von üblen Atemgerüchen handelt es sich um einen Foetor ex ore. Häufigste Ursachen sind eine unzureichende Mundhygiene und eine mangelnde Zahnpflege. In der Folge kommt es zu einer bakteriellen Zersetzung von Speiseresten, bei der flüchtige – oft schwefelhaltige – Verbindungen entstehen. Empfehlungen zu einer sorgfältigen Mundhygiene stehen daher ganz oben auf der Liste: Zweimal tägliches Zähneputzen auch der Zahnzwischenräume und der Zunge mit einem Zungenschaber oder einer Zungenbürste bilden das Reinigungsprogramm.
Kurzzeitig kann eine antimikrobielle Mundspülung, zum Beispiel mit Chlorhexidin (etwa Chlorhexamed® oder CB12®), Hexetidin (etwa Hexoral®) oder Octenidin (etwa Octenident® antiseptic) sinnvoll sein. Ratsam ist außerdem eine Kontrolle durch den Zahnarzt. Dieser kann auf weitere häufige Ursachen prüfen und diese gegebenenfalls beheben: Entzündungen im Mundraum, der Zahnfleischtaschen oder Karies. Diese gehen oft mit einer Geruchsbildung einher. Eine weitere häufige Quelle findet sich im Hals-Nasen-Ohren-(HNO-)Raum, hier ebenfalls Entzündungen und Infekte, sodass bei entsprechendem Verdacht ein Facharztbesuch ratsam ist.