| Melanie Höhn |
| 14.07.2026 16:20 Uhr |
In Kalenborn errichtete action medeor gemeinsam mit Apotheker ohne Grenzen eine Containeranlage, in der die hausärztliche Praxis von Stefanie Nacke und die Burg Apotheke von Inge Göttling nach der Zerstörung ihrer Räume in Altenahr vorübergehend untergebracht wurden. Dadurch konnte die medizinische und pharmazeutische Versorgung für viele tausend Menschen in der Region sehr schnell wieder aufgenommen werden.
»Wir konnten durch die Hilfe von action medeor ab Tag eins arbeiten und die Bevölkerung ordnungsgemäß mit Arzneimitteln versorgen«, so Inge Göttling. »Ohne die Hilfe von action medeor hätten wir beim besten Willen niemals ohne Unterbrechung tätig sein können.«
Nachdem Praxis und Apotheke andere Räume beziehen konnten, wurden die Container in Kalenborn erneut genutzt: action medeor und Apotheker ohne Grenzen bauten sie um und schufen Raum für psychotherapeutische Angebote. Denn mit zeitlichem Abstand zur Flut wurden die seelischen Folgen der Katastrophe immer deutlicher. Traumatisierung, Erschöpfung, Ängste und Depressionen prägten den Alltag vieler Betroffener.
Nicht zuletzt, weil Wiederaufbau, Bürokratie und veränderte Lebenssituationen über Jahre hinweg an den Kräften zehrten. Ein weiterer Schwerpunkt der Hochwasserhilfe lag auf älteren und pflegebedürftigen Menschen. So wurde eine neue Tagespflegeeinrichtung als dauerhaftes Wiederaufbauprojekt entwickelt.
Mit dem Abschluss der letzten Projekte sieht action medeor sein Engagement in der Hochwasserhilfe in Deutschland nun als beendet an. »Wir sind dankbar, dass wir in einer außergewöhnlichen Katastrophe helfen konnten – und dankbar für das Vertrauen der Spenderinnen und Spender, die diese Hilfe möglich gemacht haben«, so Peruvemba. »Nach fünf Jahren können wir sagen: Die Projekte, die wir übernommen haben, sind abgeschlossen oder in stabile Strukturen überführt. Damit endet für action medeor die Hochwasserhilfe in Deutschland.«
Bundespräsident Steinmeier gedenkt der Opfer im Ahrtal am 14. Juli 2026. / © Bundespräsidialamt
Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist heute zum Gedenken der Opfer im Ahrtal. Er nahm am Vormittag gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Gordon Schnieder (CDU) an der Eröffnung der Ausstellung »We AHR strong. 5 Jahre ein neuer Blick« am wiederaufgebauten Bahnhof in Alternahr teil und legte am historischen Ahrtorfriedhof einen Kranz für die Opfer der Flut nieder. Am Nachmittag nahm der Bundespräsident in Düsseldorf an der zentralen Gedenkstunde von Landtag und Landesregierung Nordrhein-Westfalens teil.
Der rheinland-pfälzische Landtagspräsident Matthias Lammert (CDU) hatte zum fünften Jahrestag der Flutkatastrophe laut Medienberichten betont: »Es gibt Nächte, die ein Land nicht vergisst. Die Flutnacht im Ahrtal war eine solche Nacht«.
Geplant ist, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Abend auf dem Marktplatz von Bad Neuenahr-Ahrweiler an die Opfer des Hochwassers erinnern wird. Zudem werde der Bundeskanzler gemeinsam mit Schnieder eine städtische Baumaßnahme im Kurpark Bad Neuenahr-Ahrweiler besuchen und sich über den Stand des Wiederaufbaus informieren.