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Medikationsmanagement
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Herzinsuffizienz-Patienten brauchen apothekerliche Hilfe

Herzinsuffizienz gehört zu den Volkskrankheiten und ist mit einer hohen Morbidität und Mortalität verbunden. Apotheken können viel für diese Patienten tun. Was genau, war Thema einer Fortbildung auf Langeoog.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 10.09.2025  16:20 Uhr

Medikationsanalyse: Die Fantastischen Vier priorisieren

Girwert riet, die »Fantastic Four« bei Vorschlägen zur Medikationsoptimierung zu priorisieren und auf Wirkstoffe hinzuweisen, die die Herzinsuffizienz potenziell verschlechtern könnten. »Wir sollten auch auf Verordnungskaskaden achten und von unnötiger Selbstmedikation abraten«, so der Apotheker.

Typische Selbstmedikationswünsche von Herzinsuffizienz-Patienten seien Vitamin D und Vitamin-B-Komplex, Eisen, Entwässerungstees und -kapseln sowie »etwas für die Blase« (nächtliches Wasserlassen), Hustenstiller für die Nacht (Dyspnoe und trockener Husten), Kreislauftropfen oder Phytopharmaka mit Knoblauch, Mistel, Weißdorn oder Johanniskraut. Wichtiger sei jedoch die leitliniengerechte medikamentöse Therapie.

Apotheker sollten nachfragen, welche Beschwerden dahinter stecken und ob sie ein Symptom der (nicht ausreichend) behandelten Erkrankung sind oder eine mögliche Nebenwirkung. »Wer durch die Herzinsuffizienz schlecht Luft bekommt, dem helfen nicht unbedingt hohe Dosen Salbutamol oder ein Hustenstiller.«

Wirkweise erklären, Adhärenz steigern

»Sie unterstützen die Adhärenz, indem Sie die Gesundheitskompetenz Ihrer Patienten erweitern. Erklären Sie den Patienten, wofür die einzelnen Medikamente sind und wie sie wirken«, ermunterte Girwert. Zudem können Apotheker noch weitere Tipps geben, zum Beispiel den Eisen-Wert im Blick zu behalten, sich täglich zu wiegen (eine plötzliche Gewichtszunahme kann auf Ödembildung und eine akute Dekompensation hindeuten), den Blutdruck regelmäßig zu messen, sich die nötigen Schutzimpfungen geben zu lassen und mit dem Rauchen aufzuhören. Bei einigen dieser Punkte können Apotheken unterstützen. Auch das Stellen der Medikation könne gerade diesen Patienten helfen.

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