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Schlafqualität

Guter Nachtschlaf trotz Nickerchen

Wer tagsüber ein kleines Schläfchen hält, bringt sich damit nicht unbedingt um den Nachtschlaf. Eine Studie mit knapp 700 älteren Teilnehmern zeigt aber: Es kommt auf den Zeitpunkt des Nickerchens an.
Annette Mende
17.05.2019
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Der im Fachjournal »Sleep Medicine« erschienenen Studie zufolge ist ein kurzes Mittagsschläfchen per se kein Grund dafür, wenn Menschen um die 60 Jahre nachts nicht schlafen können. Im Gegenteil: Durch ein Nickerchen am Tage ließen sich eine subjektiv empfundene schlechte Qualität des Nachtschlafs und bis zu einem gewissen Grad auch eine zu kurze Schlafdauer kompensieren. Das berichtet ein Autorenteam um Dr. Nadine Häusler von der Universitätsklinik Lausanne in der Schweiz.

Die Forscher hatten in ihre Untersuchung 683 durchschnittlich 60,7 Jahre alte Menschen einbezogen, die sieben Tage lang genau über ihren Nacht- und Tagschlaf berichteten. 64 Prozent der Teilnehmer gaben an, in dieser Zeit zumindest einmal tagsüber ein Nickerchen gehalten zu haben. Wenig überraschend war das besonders dann der Fall, wenn derjenige in der Nacht zuvor weniger gut oder kürzer geschlafen hatte, als es seinem subjektiv empfundenen Bedürfnis entsprach.

Der Schlummer am Tage wirkte sich in der Studie nicht auf die Dauer und Qualität des Schlafs in der darauffolgenden Nacht aus. Berücksichtigte man jedoch den Zeitpunkt des Nickerchens, war die klassische Siesta, also der Schlaf am Nachmittag, nicht jedoch der in den Morgen- oder Abendstunden der Dauer des folgenden Nachtschlafs abträglich. Menschen, die aufgrund von Schlafproblemen in der Nacht tagsüber müde sind, müssen sich folglich den Schlaf am Tag nicht verkneifen. Statt eines klassischen Mittagsschlafs sollten sie sich ihre Auszeit jedoch womöglich lieber am Vormittag oder in den frühen Abendstunden nehmen.

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