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Nahrungsergänzungsmittel
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Gute Empfehlungen für Mutter und Kind

Frauen sollten während der Schwangerschaft nicht »für zwei essen«, also doppelt so viele Kalorien zu sich nehmen wie sonst. Was die Auswahl der Nährstoffe angeht, sollten sie jedoch sehr wohl für ihr Baby mitessen, denn dieses benötigt bestimmte Stoffe besonders dringend.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 28.05.2025  08:30 Uhr

Die Big Five der Mikronährstoffe

In der Schwangerschaft ist der Bedarf an bestimmten Mikronährstoffen deutlich erhöht. Dies sind Folsäure, Jod, Eisen, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren, die Smollich als »Big Five« bezeichnete. Sie in ausreichender Menge über die normale Ernährung zuzuführen, sei kaum möglich, weshalb Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft eine absolut sinnvolle Empfehlung seien.

Folsäure ist vor allem in grünem Gemüse enthalten – das meistens nicht in ausreichender Menge gegessen wird. Deshalb sei die Lücke zwischen der tatsächlichen Aufnahme und dem Mehrbedarf in der Schwangerschaft riesig. Bereits präkonzeptionell sollten daher 400 I.E. pro Tag supplementiert werden und dann während der gesamten Schwangerschaft, mindestens jedoch bis Ende der der zwölften Schwangerschaftswoche 600 I.E. pro Tag.

Auch mit Jod sind im Jodmangelland Deutschland sehr viele Schwangere unterversorgt. »30 Prozent der Frauen erreichen die Zufuhrempfehlung nicht«, berichtete Smollich. Eine Supplementation solle bedarfsgerecht erfolgen: Der Frauenarzt legt also die erforderliche Dosis fest, nachdem er den Jodstatus erhoben hat.

Eine Supplementation von Eisen solle ebenfalls erst nach einer Labordiagnostik erfolgen. »Der Bedarf ist in der Schwangerschaft zwar erhöht und viele Frauen haben einen Eisenmangel. Doch die biologische Varianz ist bei diesem Nährstoff sehr groß«, sagte der Referent. Individuell zu ermitteln sei auch der Bedarf an Vitamin D, während Omega-3-Fettsäuren wie Docosahexaensäure (DHA) pauschal mit mindestens 200 mg pro Tag dosiert werden sollten.

Wem diese Empfehlungen altbekannt vorkamen, für den hatte Smollich eine Mahnung: »Werden Sie nicht müde, darauf hinzuweisen.« Das Unwissen über die Notwendigkeit einer Mikronährstoffsupplementation in der Schwangerschaft sei erstaunlich groß. So würden Folsäure und Jod laut einer Erhebung in Deutschland nur von der Hälfte der Schwangeren in ausreichender Höhe supplementiert.

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