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Diabetisches Fußsyndrom
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Gute Beratung kann Füße retten

Schlecht oder nicht heilende Wunden, Infektionen und Amputationen gehören zu den schwersten Folgen eines diabetischen Fußsyndroms. Umso wichtiger ist es, gefährdete Patienten früh zu erkennen und Komplikationen zielgenau zu behandeln. Die Apotheke spielt vor allem in der Prävention eine große Rolle.
AutorKontaktPeter Klein-Weigel
Datum 22.06.2025  08:00 Uhr

Wundversorgung

Die Wundheilung setzt eine Druckentlastung, Infektsanierung und ausreichende Gewebedurchblutung voraus. Ferner muss die Wunde von Belägen, Nekrosen und Sequestern (Knochenreste) gereinigt werden. Dies erfolgt in der Regel durch ein chirurgisches Wunddebridement, das wegen der Polyneuropathie der Patienten nicht zwingend eine Narkose oder Lokalanästhesie erfordert.

Gute Dienste leisten Skalpell und chirurgische Pinzette, apparative Hilfsmittel wie Ultraschall- oder Wasserstrahl-assistierte Wundreinigungssysteme oder eine Madentherapie (»Bio-Surgeons«) (14, 15). Tiefe Wunden, vor allem nach ausgiebiger chirurgischer Wundtoilette, können mit Vakuumtherapie (Negative Pressure Wound Therapy) zu einer beschleunigten Abheilung gebracht werden (24).

Der Einsatz der Wundauflagen und Verbandmittel orientiert sich an der Tiefe der Wunde und dem Wundstadium (14, 15). Keineswegs sollten funktionierende Wundverbandmittel zu rasch oder grundlos gewechselt werden. Bei verzögerter Wundheilung müssen die möglichen Ursachen fachärztlich reevaluiert werden. Nicht angebracht ist ein reflexartiger Wechsel auf teurere und in ihrer Wirkung zweifelhafte Produkte, wie dies oft von provisionsabhängigen Wundmanagern vorgeschlagen wird.

Ob in Entwicklung befindliche Stammzelltherapien, Kaltplasma-Anwendungen oder andere neue Wundversorgungskonzepte zukünftig die oft langwierige Wundheilung bei Menschen mit diabetischem Fußsyndrom beschleunigen und deren Prognose verbessern werden, ist noch nicht abzusehen.

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