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Refinanzierung

Gut 15.000 Apotheken beantragen TI-Zuschüsse

Hierzulande haben bereits 82 Prozent der Apotheken beim Nacht- und Notdienstfonds (NNF) einen Antrag auf Refinanzierung ihrer Erstausstattung für die Telematik-Infrastruktur (TI) gestellt. Schon bald fließen für diese Investition knapp 58 Millionen Euro an sie zurück.
Jennifer Evans
18.01.2022  16:30 Uhr

Nachdem im Jahr 2020 bereits Anträge von 4054 Offizinen beim NNF eingegangen sind, um sich die Kosten für die TI-Erstausstattung auszahlen zulassen, kamen im vergangenen Jahr noch einmal 11.055 weitere Apotheken hinzu. Das belegen die vorläufigen Zahlen des NNF. Insgesamt haben bis jetzt also gut 15.000 Apotheken ihre Erstattungsanträge eingereicht. Das bedeutet nicht, dass der Rest noch nicht an die TI angeschlossen ist, sondern bis Jahresende 2021 nur noch nicht die Summe zurückgefordert hat.

Die Erstattungssumme erhalten die Betriebe nach Angaben des NNF Ende März 2022, sofern sie den Antrag noch im vierten Quartal 2021 gestellt haben. Der Betrag der Rückzahlung setzt sich neben den Auslagen für die Erstausstattung aus einer Betriebskostenpauschale sowie den Erstattungen für das PTV-4-Update und der Refinanzierung des elektronischen Heilberufsausweises (HBA) zusammen, der für die qualifizierte elektronische Signatur zum Einsatz kommt.

»Insgesamt knapp 58 Millionen Euro werden die Kostenträger den Apotheken für deren Erstausstattungsanträge im Jahr 2021 überweisen», heißt es. Und für die Betriebskostenpauschalen habe der NNF dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) rund 7,5 Millionen Euro in Rechnung gestellt. Außerdem haben demnach 3636 Apotheken um eine Rückzahlung für das PTV-4-Update gebeten, welches unter anderem für die elektronische Patientenakte (EPA) und das E-Rezept nötig ist. Dafür allein kommen gut 2 Millionen Euro zusammen.

Ausgleich für HBA-Kosten

Darüber hinaus haben laut NNF 6041 Apotheken um die Begleichung der HBA-Kosten für insgesamt 16.338 angestellte Apothekerinnen und Apotheker gebeten. Für Berufsanfänger gingen demnach zusätzlich Anträge von 171 Apotheken ein. Zur Erinnerung: Für Pharmazieingenieure fehlen noch die für die Rezeptbearbeitung nötigen HBAs. Sie sollen ihre Ausweise vom elektronischen Gesundheitsberufsregister erhalten, das sich aber derzeit noch im Aufbau befindet. Eine Lösung fehlt hier also noch. Auch für PTA ist kein HBA vorgesehen. 

Seit seiner Gründung im Jahr 2013 ist es Aufgabe des NNF, die Notdienste abzurechnen und zu verwalten. Ein weiteres Aufgabenfeld der Einrichtung des Deutschen Apothekerverbands (DAV) ist die Refinanzierung der TI für Apotheken. Und im Jahr 2022 wird er zusätzlich die Abrechnung der pharmazeutischen Dienstleistungen übernehmen.

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