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Expertenmeinung
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»Gesundheitssystem braucht wegen Fachkräftemangel KI«

Der Fachkräftemangel ist auch im Gesundheitssystem ein eklatantes Problem. Um den Mangel an Arbeitskräften zu kompensieren, ist aus Sicht einer Expertin der Einsatz von Künstlicher Intelligenz eine wichtige Unterstützung. Das sieht auch Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) so, mahnt aber gleichzeitig zu Vorsicht beim Einsatz von KI-basierter Technik wie etwa Chatbots in der Medizin.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 26.04.2023  14:00 Uhr

Lauterbach warnt vor Fehldiagnosen durch Chatbots

Was den Einsatz von auf KI basierenden Programmen wie etwa den Chatbot ChatGPT betrifft, sind die Meinungen derzeit noch sehr zwiegespalten. Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) sieht beim Einsatz solcher Chatbots im Gesundheitssystem zwar Chancen, warnt aber auch vor Gefahren wie etwa Fehldiagnosen.

»Es wird bald Programme geben, bei denen ein Patient Symptome, Befunde und bisherige Behandlungen mündlich erklärt und dann von der KI eine Einschätzung seiner Krankheit und sogar mögliche Therapievorschläge bekommt«, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

ChatGPT gibt solche Auskünfte im schriftlichen Dialog bereits heute. Hohe Aufmerksamkeit erregte im März der Bericht eines Hundehalters via Twitter, wonach angeblich der Nachfolger des Programms, GPT-4, die Krankheit seines Vierbeiners unter anderem auf Basis von Laborwerten korrekt diagnostizierte, die ein Tierarzt zuvor nicht erkannt hatte. Allerdings können Chatbots auch erfundene Informationen verbreiten, ohne dass dies auf den ersten Blick erkennbar ist.

Ruf nach Regulierung der Anwendung von KI-Systemen

Lauterbach forderte, die Anwendung von KI-Systemen wie ChatGPT im Gesundheitsbereich zu regulieren. »Sie müssen geprüft werden und zuverlässig sein», sagte der Minister den Zeitungen. Zudem müsse sichergestellt sein, dass die Daten nicht missbraucht werden könnten. Grundsätzlich sehe er den Einsatz von KI im Gesundheitssystem aber positiv. Chatbots könnten künftig Therapien theoretisch durchspielen und Fragen nach der Wirksamkeit von Medikamenten für einen konkreten Patienten beantworten. KI könne bereits jetzt manchmal besser sein als ein geübter Facharzt, meint Lauterbach. »Die besten Ergebnisse erzielt aber die Kombination aus künstlicher Intelligenz und einem Arzt.«

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