| Johanna Hauser |
| 15.05.2026 18:00 Uhr |
Die Ergebnisse, so die Autoren, unterstreichen das große Potenzial eines gesunden Lebensstils – auch für chronisch Erkrankte. So könne der Verlauf einer Hypertonie und deren Folgen signifikant beeinflusst werden.
Durch ihr großes, prospektives Design und die wiederholte Erfassung des Lebensstils liefert die Studie robuste Hinweise darauf, dass ein gesunder Lebensstil das kardiometabolische Risiko bei Menschen mit Hypertonie deutlich senkt. Einschränkend bleibt, dass es sich um eine Beobachtungsstudie mit selbstberichteten Daten handelt und daher keine kausalen Schlussfolgerungen möglich sind.
Das Nicht-Umsetzen gesunder Lebensstilmaßnahmen wider besseres Wissen ist nicht allein auf einen Mangel an Willenskraft zurückzuführen, sondern beruht auf neurobiologischen Mechanismen, betont die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) in einer aktuellen Pressemitteilung.
Das Verhalten bei Ernährung und Bewegung wird stark von evolutionären Belohnungssystemen geprägt, die den Mensch zu Energiesparen und Mehr-Essen motivieren, während Erziehung und Lebensgewohnheiten diese Muster zusätzlich verstärken können, etwa über Süßigkeiten zur Belohnung.
Die Aufklärung über diese evolutionär verankerten Prozesse und deren Einfluss auf das Verhalten kann nach Ansicht von DGN-Präsidentin Professor Dr. Daniela Berg, Betroffene befähigen, diese Verhaltensmuster zu durchbrechen. »Wer das durchschaut hat, kann diese Erkenntnis nutzen«, so Berg.