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Klinische Studie

Genschere gegen HIV wird in Hamburg getestet

In Hamburg laufen die Vorbereitungen für eine Studie mit acht HIV-Patienten, die von ihrer HIV-Infektion mittels Genschere und Stammzelltherapie geheilt werden sollen.
Daniela Hüttemann
03.12.2019
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Forscher des Hamburger Heinrich-Pette-Instituts (HPI), des Leibniz-Instituts für Experimentelle Virologie, haben gemeinsam mit einem Team der TU Dresden eine Genschere mit dem Kürzel Brec1 entwickelt. Dabei handelt es sich um eine speziell designte Rekombinase, die die DNA des HI-Virus zielgenau aus dem menschlichen Erbgut entfernen soll. 

Derzeit bereiten das HPI, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig eine klinische Studie mit acht HIV-positiven Patienten vor, die am UKE durchgeführt werden soll. Im Mittelpunkt der Vorbereitungen stehe derzeit die Produktion der nötigen Vektoren, mit deren Hilfe der Code für die Genschere in das Erbgut der Patientenzellen eingeschleust werden soll. Zum Einsatz soll die Prüfmedikation in rund einem Jahr kommen. Bei den Patienten soll die Genschere im Rahmen einer Stammzelltherapie eingesetzt werden.

»Erstmals könnte es gelingen, Patientenzellen dauerhaft und präzise von HIV zu befreien – ein Meilenstein«, kommentierte Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen), Hamburger Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung. Insgesamt wird die Studie mit 8,7 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln unterstützt.

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