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Finanzen

Geldanlage in Coronavirus-Zeiten

Die Kapitalmärkte haben den Krisenmodus verlassen. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) gibt Tipps, wie Anleger jetzt vorgehen sollten.
Jennifer Evans
13.05.2020  13:54 Uhr

Von den Tiefständen haben sich die Kapitalmärkte erholt, wie Klaus Niedermeier, Leiter Investment Research bei der Apobank berichtet. Wichtig für Anleger sei nun, ihre Strategie trotz der aktuellen Situation nicht zu verändern, sondern lediglich an die eigenen Ziele anzupassen. »Eine solide Strategie hält auch Marktturbulenzen aus, wie wir sie in den letzten Wochen erlebt haben.« Allenfalls bedürfe es einer Umverteilung der Gelder, um das Portfolio zu halten.

Der Finanzexperte rät dazu, gerade dann zu investieren, wenn die Preise aufgrund externer Schocks besonders niedrig sind. »Covid-19 hat die Kurse der Unternehmen an den Aktienmärkten zwar weltweit auf Talfahrt geschickt – das heißt aber nicht, dass jedes bis dato erfolgreiche Geschäftsmodell plötzlich nichts mehr wert ist«, so Niedermeier. Die Verluste spiegelten vielmehr die Verkaufspanik der Anleger wider, wodurch die Kurse einiger Unternehmen derzeit deutlich unter Wert lägen.

Schlecht beraten ist Niedermeier zufolge jeder, der auf den perfekten Moment für einen Verkauf wartet. Ein Investmentplan, bei dem regelmäßig für einen festen Betrag Anteile an einem Fonds gekauft werden, könnte Abhilfe schaffen. In dem Fall bekomme der Anleger nämlich bei sinkenden Kursen mehr Anteile, bei steigenden entsprechend weniger. »Auf diese Weise kann man selbst Kursrückgängen etwas Positives abgewinnen, und die Frage nach dem perfekten Timing verliert an Bedeutung.«

Anlagedauer ist entscheidend

Als weiteren Erfolgsfaktor bei der Geldanlage nennt der Finanzexperte die Dauer. Eine längerfristige Investition hat demnach zwei Vorteile: Zum einen verringere sich die Verlustwahrscheinlichkeit, weil Kursrückgänge aus schwächeren Marktphasen auf lange Sicht wieder aufholbar seien. Und zum anderen erhöhten sich die Rendite überproportional.

Zuletzt weist Niedermann darauf hin, dass ein Depot einiges an Zeit erfordert. Wem es zu aufwendig sei, die Märkte ständig im Blick zu behalten sowie Käufe und Verkäufe zu organisieren, sollte die Wertpapiere von einem Vermögensverwalter managen lassen. Bei einigen Vermögensverwaltungen wäre dies schon bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro möglich. »Für diesen Service fällt zwar eine Gebühr an, aber der Erwerb einzelner Wertpapiere an der Börse ist auch nicht kostenlos«, so Niedermeier.

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