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Wartezeiten bei Arztterminen
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Gegen die »himmelschreiende Ungerechtigkeit«

Gesetzlich Versicherte sollen nach Ansicht des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen bei der Vergabe von Arztterminen besser gestellt werden. Auch aus der Politik kommen Forderungen.
AutorKontaktdpa
Datum 19.10.2026  08:50 Uhr
Gegen die »himmelschreiende Ungerechtigkeit«

»Wir müssen den Zugang zur ambulanten Versorgung so organisieren, dass Termine nach medizinischem Bedarf vergeben werden und nicht danach, wie jemand versichert ist«, sagte der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, den Funke-Medien. Auch Unionsfraktionschef Thorsten Frei sprach sich für mehr Gerechtigkeit bei Wartezeiten auf Facharzttermine aus.

Blatt sagte, 75 Millionen Menschen seien gesetzlich versichert und finanzierten damit den allergrößten Teil der ärztlichen Honorare. Trotzdem würden sie bei der Terminvergabe häufig benachteiligt. Das sei eine »himmelschreiende Ungerechtigkeit«.

Schon früher hatte der Spitzenverband erklärt, um Gerechtigkeit herzustellen, brauche es eine tagesaktuelle Plattform, in die alle Praxen einen festen Anteil ihrer Termine einstellen. Und dann sollte auch nicht mehr gefragt werden dürfen, ob man gesetzlich oder privat versichert sei.

Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte vor knapp einem Monat gesagt, wenn sich der Eindruck verfestige, dass privat Versicherte sofort jede Leistung bekämen und gesetzlich Versicherte Wochen und Monate warten, sei das »ein Gerechtigkeitsproblem«. GKV-Chef Blatt sagte nun, Ärzte sollten weiterhin Privatpatienten behandeln – aber nicht automatisch bevorzugen. »Ein gesetzlich Versicherter sollte nicht allein deshalb zwei Wochen länger warten müssen.«

Was bringt das duale Versicherungssystem?

Ähnlich äußerte sich der CDU-Politiker Frei im »Kölner Stadt-Anzeiger«: »Alle Versicherten müssen in vertretbarer Frist einen Facharzttermin bekommen.« Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) werde hierzu Vorschläge machen. Zwar bringe das Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenversicherung Vorteile, sagte Frei. Trotzdem werde manches im System »als ungerecht empfunden oder ist tatsächlich ungerecht«. Ein Beispiel seien die oft langen Wartezeiten für Facharzttermine.

GKV-Chef Blatt sagte, er halte nichts vom Begriff Zweiklassenmedizin. »Im Krankenhaus und von den allermeisten Ärzten werden gesetzlich Versicherte genauso gut behandelt wie Privatpatienten, teilweise ist für sie sogar die Abrechnung einfacher«, betonte er. Die Ungleichbehandlung zeige sich vor allem bei den Wartezeiten auf Arzttermine.

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