Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Legale Drogen
-
Gefahr von Forschungs-Chemikalien wird unterschätzt

Mit sogenannten Forschungschemikalien werden immer mehr Todesfälle in Verbindung gebracht. Noch erscheint das Problem klein. Doch die synthetischen Substanzen befinden sich auch in gefälschten Arzneimitteln.
AutorKontaktdpa
Datum 19.03.2025  12:00 Uhr

Kontrollbehörden und Gesundheitswesen ungenügend vorbereitet

Zum einen versuchen es Behörden mit Informationskampagnen – das BKA etwa mit der Social-Media-Kampagne »#gefährlichbunt«. Um Cannabinoide, Badesalz oder »Research Chemicals« zurückzudrängen, gibt es in Deutschland außerdem seit 2016 das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG). Der Clou: Anders als beim Betäubungsmittelgesetz können seither nicht nur Einzelstoffe, sondern ganze Stoffgruppen verboten werden. Das Gesetz wird seither immer wieder angepasst und präzisiert, zuletzt im Juni 2024.

Allerdings ist die Wirksamkeit des Gesetzes umstritten. »Es war immer schnell so, dass alternative Stoffe, die nicht diesen definierten Stoffklassen entsprechen, auf den Markt kamen«, sagt Werse. Auch das BKA beobachtet, dass einige der derzeit vertriebenen Stoffe die aktuellen Bestimmungen im NpSG umgehen.

Der UN-Drogenkontrollrat INCB nannte synthetische Drogen zuletzt ein »drängendes Problem, für das Kontrollbehörden, die Strafverfolgung und das öffentliche Gesundheitswesen weitgehend unvorbereitet sind«. In Europa gelte das etwa für Nitazene.

Mehr von Avoxa