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Belastung Food Noise
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Gedanken ans Essen bestimmen den Tag

Food Noise ist der zwanghafte Drang, ständig ans Essen zu denken – auch wenn man nicht hungrig ist. Die Ursachen für die Stimmen im Kopf können vielfältig sein. Psychologen schildern, wie man sie austrickst. 
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 08.07.2026  09:00 Uhr
Gedanken ans Essen bestimmen den Tag

Menschen, die mit Food Noise zu kämpfen haben, erleben einen dauernden Strom an Gedanken, die ums Essen kreisen, um Kalorien und Lebensmittelvorräte. Sie stellen sich die nächste Mahlzeit vor, sehnen sich nach den Snacks im Haus oder lassen sich von Werbung, Auslagen oder Social Media schnell reizen. Diese innere Geräuschkulisse raubt Betroffenen viel Energie und kann auf Kosten der Konzentration gehen. Das berichten Professor Dr. Graham Finlayson, Lehrstuhlinhaber für Biologische Psychologie an der Universität Leeds, und seine Kollegin, die Sportphysiologin und Außerordentliche Professorin an der psychologischen Fakultät, Catherine Gibbons, auf der Wissenschaftsplattform »The Conversation«.

In der Forschung beschreibt Food Noise ein Zusammenspiel aus Hunger, Sättigung, Heißhunger, Belohnung, emotionalem Essen und Reaktivität auf Reize. Die Ursachen und Ausprägungen unterscheiden sich stark. Manche Menschen reagieren auf ausgelassene Mahlzeiten, andere auf Stress oder Müdigkeit. Wieder andere spüren eher sich aufdrängende Essensgedanken oder die Angst, die Kontrolle zu verlieren. Problematisch wird es, wenn diese Signale den Alltag dominieren und Fokus, Stimmung oder Essverhalten beeinträchtigen.

Besonders häufig erlebten Menschen mit Übergewicht oder Adipositas dieses Phänomen. GLP-1-Präparate wie Tirzepatid (Mounjaro®) oder Semaglutid (Wegovy®) ließen sich inzwischen mit Food Noise in Verbindung bringen. Viele Betroffene berichten demnach, dass unter der Einnahme das innere Essensrauschen leiser wird und weniger Raum einnimmt.

Nach dem Absetzen solcher Medikamente tauchen die Essensgedanken oft wieder auf, ohne automatisch ein Risiko zu sein. Entscheidend sei, den eigenen Appetit als steuerbar zu erleben und Essen genießen zu können, ohne dass es den Tag bestimme. Ein gewisses Maß an Hunger, Vorfreude und Genuss gehöre zum normalen Appetitsystem. Hunger sei ein normales Körpersignal – und kein Defekt, stellen die beiden Experten klar.

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