Fresenius will ein führender Biosimilar-Anbieter werden. / © Imago/Star-Media
Der Gesundheitskonzern Fresenius baut mit einer Entwicklungsvereinbarung mit dem chinesischen Auftragsfertiger WuXi Biologics seine Pipeline von Nachahmer-Medikamenten aus. Fresenius erhalte exklusiven Zugang zu bis zu 37 potenziellen Biosimilar-Kandidaten, teilte der Dax-Konzern in Bad Homburg mit.
Das Fresenius-Portfolio könne von heute 29 vermarkteten und in der Pipeline befindlichen Molekülen auf bis zu 66 im kommenden Jahrzehnt erweitert werden. Dabei ziele man auf Originalpräparate, die für einen Umsatz von mehr als 370 Milliarden Euro stünden. Nach Angaben von Fresenius ist es die bislang größte Vereinbarung dieser Art in der Branche. Bei dem Konzern zählen Nachahmer-Präparate zu den Wachstumstreibern.
Für jeden von Fresenius zur Entwicklung ausgewählten Biosimilar-Kandidaten wird WuXi Biologics auf Dienstleistungsbasis vergütet und nicht mit Zahlungen vorab, wie es weiter hieß. »Die Investitionen für Forschung und Entwicklung steigen nur mit dem Fortschritt der ausgewählten Programme.« Das werde die Profitabilität während der Entwicklungsphase belasten, bevor die Produkte dann zu Umsatz- und Ergebniswachstum beitrügen. Die Ziele für das Gesamtjahr 2026 sowie die im Dezember 2025 angekündigten Biopharma-Ziele für 2030 bestätigte Fresenius.
Der Biosimilar-Markt gilt als umkämpft, sodass die Geschwindigkeit bei der Zulassung entscheidend ist. Für zahlreiche biologische Arzneimittel läuft künftig der Patentschutz aus. Gesundheitssysteme weltweit stehen unter finanziellem Druck, was günstige Nachahmer-Arzneimittel besonders attraktiv macht.
»Der Deal mit WuXi Biologics ist strategisch sehr bedeutsam«, kommentierte Markus Manns, Portfoliomanager beim Fondsanbieter Union Investment. »Fresenius verstärkt damit seine Biosimilar-Pipeline und positioniert sich ab 2030 neben Sandoz als einer der führenden Biosimilar-Anbieter.« Investoren sähen wegen der Patentabläufe für viele Biotech-Medikamente ab 2028 ein »goldenes Jahrzehnt« bei Biosimilars anbrechen.
Fresenius setzt auf Wachstum in der Biopharmazie und will mit dem Ausbau dieses Geschäfts die Abhängigkeit vom klassischen Dialyse- und Klinikgeschäft verringern. Die Vereinbarung ergänzt eigene Forschung, Kooperationen und Einlizenzierungen. Erst zuletzt hatte Fresenius verkündet, dass der Konzern seine Biopharma-Tochter mAbxience komplett übernimmt und für die übrigen Anteile von 45 Prozent bis zu 750 Millionen Euro bezahlt.
WuXi Biologics ist ein weltweit tätiges Auftragsforschungs-, Entwicklungs- und Produktionsunternehmen. Das Unternehmen bietet offene, integrierte Technologieplattformen für die Entwicklung biologischer Arzneimittel an und hat ein globales Netzwerk in Europa, den USA, China und Singapur.