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Corona-Kilos

Franzosen legen während Ausgangssperre an Gewicht zu

Weniger Bewegung und Stressessen – das dürfte der Großteil der Bevölkerung in Corona-Zeiten kennen. Eine Umfrage bestätigt jetzt: Die Mehrheit der Franzosen hat während der Coronavirus-Ausgangssperre zugenommen.
dpa
16.05.2020
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58 Prozent der Französinnen und 56 Prozent der Franzosen legten beim Gewicht zu, wie eine Anfang Mai veröffentlichte Befragung des Meinungsforschungsinstitut Ifop zeigte. Demnach nahmen Frauen durchschnittlich 2,3 Kilo zu, bei Männern waren es 2,7 Kilo. An der Studie nahmen Ifop-Angaben zufolge 3.045 Menschen älter als 18 Jahre teil, die auf dem französischen Festland leben. Die Studie wurde Ifop zufolge vom 24. bis 27. April 2020 per Online-Fragebogen erstellt.

Gründe für die zusätzlichen Kilos seien mangelnde körperliche Aktivität und dass häufiger genascht werde, hieß es in der Studie, die von der französischen Informations- und Beratungs-Homepage «Darwin Nutrition» in Auftrag gegeben worden war. Demnach waren Paare mit Kindern eher von der Gewichtszunahme betroffen als kinderfreie Paare oder Singles. 42 Prozent der Befragten gaben an, mit ihrem Partner während der untersuchten Zeit Diskussionen darüber gehabt zu haben, wer kocht. 41 Prozent gaben an, auch über den Inhalt des Speiseplans gestritten zu haben. Der Umfrage zufolge gaben 71 Prozent der Frauen an, dass das Kochen hauptsächlich von ihnen erledigt werde. 21 Prozent sagten demnach, dass diese Aufgabe gleichmäßig zwischen den Partnern geteilt ist. Acht Prozent erklärte, der Mann übernehme zum größten Teil das Kochen.

Essen stand während der Beschränkungen generell mehr im Fokus der Menschen: Rund 42 Prozent der befragten Franzosen und Französinnen gaben an, während des Lockdowns mehr Zeit für das Kochen verwendet zu haben als davor. Außerdem werde mehr hausgemacht: 29 Prozent gaben demnach an, zu Hause selbst Brot gebacken oder Joghurt hergestellt zu haben.

In Frankreich gelten seit Mitte März strenge Ausgangsbeschränkungen. Sport an der frischen Luft ist zeitlich auf eine Stunde begrenzt. In der Hauptstadt Paris dürfen Sportler zudem nur zu bestimmten Tageszeiten am Morgen und Abend raus. Die Ausgangssperre ist erst in der vergangenen Woche gelockert worden.

Auch aus China war bereits Mitte April gemeldet worden, dass 73 Prozent der Befragten während des Lock-Downs an Gewicht zugelegt haben. Als Gründe wurden vor allem mangelnde Bewegung und ungesunder Lebensstil in der häuslichen Isolation genannt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Hinweis auf eine Erhebung der Zeitung «Zhongguo Qingnianbao» unter 3.005 Menschen berichtete. Einige sagten auch, dass sie einfach mehr und häufiger gegessen hätten, während sie zuhause hockten.

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