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Covid-19

Frankreich verbietet Therapie mit Hydroxychloroquin

In Frankreich dürfen Covid-19-Erkrankte nicht mehr mit dem Malaria- und Rheumamittel Hydroxychloroquin behandelt werden. Einen entsprechenden Erlass veröffentlichte die Regierung am Mittwoch, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.
PZ/dpa
27.05.2020  15:32 Uhr

Zuvor hatten Frankreichs Hoher Rat für öffentliche Gesundheit und die Behörde für Arzneimittelsicherheit ANSM von der Behandlung mit dem Medikament abgeraten und die Aussetzung entsprechender klinischer Studien eingeleitet. Seit Ende März durften in Frankreich Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen unter strenger ärztlicher Aufsicht mit Hydroxychloroquin behandelt werden. Diese Ausnahmeregelung wurde nun gekippt. «Ob beim Hausarzt oder im Krankenhaus, dieses Medikament darf Patienten, die an Covid-19 leiden, nicht verschrieben werden», so das Gesundheitsministerium.

Im Journal «The Lancet» hatten Forscher zuletzt auf Grundlage einer umfassenden Datenanalyse berichtet, dass sich Hydroxychloroquin und das chemisch eng verwandte Chloroquin wahrscheinlich nicht zur Behandlung von Covid-19 eignen und die Wirkstoffe womöglich sogar die Todesrate erhöhen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzte Tests mit dem Medikament Hydroxychloroquin daraufhin vorerst aus.

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