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Leukämie

FLT3-Inhibitor überzeugt EMA-Experten

Für Patienten mit rezidivierender oder refraktärer akuter myeloischer Leukämie (AML) könnte es demnächst eine neue Therapieoption in der EU geben. 
Sven Siebenand
20.09.2019  13:44 Uhr

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat heute empfohlen, den Kinasehemmer Gilteritinib (Xospata®, Astellas Pharma) zuzulassen. Voraussetzung für die Anwendung ist, dass bei dem Betroffenen eine FLT3-Mutation vorliegt. Bei vielen AML-Patienten kann eine Mutation im FLT3-Gen nachgewiesen werden und dies ist dann häufig mit einer besonders aggressiven Form der Erkrankung verbunden.

Gilteritinib hemmt den FLT3-Rezeptor-abhängigen Signalweg und führt letztlich dazu, dass Leukämiezellen in die Apoptose getrieben werden. Ganz neu ist der Wirkmechanismus allerdings nicht. Mit Midostaurin (Rydapt®, Novartis) kam bereits 2017 ein FLT3-Inhibitor auf den Markt, der unter anderem bei AML zum Einsatz kommen darf.

Xospata wird wie Rydapt oral verabreicht und steht als 40-mg-Filmtablette zur Verfügung. Als häufigste Nebenwirkungen des neuen Arzneimittels nennt die EMA unter anderem erhöhte Leberenzymwerte, Durchfall und Übelkeit sowie Fatigue, Dyspnoe, Muskelschmerzen und Hypotonie.

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