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GKV-Bilanz 2019

Finanzpolster der Kassen schmilzt

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) verbucht im Jahr 2019 ein Minus von rund 1,5 Milliarden Euro. Das teilte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) heute mit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigt sich zufrieden.
Christina Müller
06.03.2020
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Nach den vorläufigen Finanzergebnissen des Jahres 2019 haben die Krankenkassen in Deutschland etwa 1,5 Milliarden Euro mehr ausgegeben, als sie aus dem Gesundheitsfonds zugeteilt bekamen. Damit schmilzt ihr Finanzpolster auf knapp 20 Milliarden Euro. »Dies entspricht im Durchschnitt noch immer knapp einer Monatsausgabe und damit etwa dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve«, betont das BMG.

Insgesamt stiegen die Ausgaben der Kassen demnach um 5,2 Prozent auf 251,9 Milliarden Euro. Die Einnahmen wuchsen im Vergleich zum Vorjahr trotz niedrigerer Zusatzbeiträge um 3,8 Prozent auf 250,4 Milliarden Euro. »Die Zahlen zeigen in die richtige Richtung«, kommentierte Spahn. »Die Beitragszahler profitieren von niedrigeren Zusatzbeiträgen, weil die Krankenkassen endlich ihre übermäßig hohen Finanzreserven abbauen. Und gleichzeitig kommen auch die notwendigen Leistungsverbesserungen bei den Versicherten an.«

Für Medikamente zahlte die GKV im Jahr 2019 5,6 Prozent mehr als noch 2018. »Die Entwicklungen im Bereich innovativer Arzneimittel spielen auch weiterhin eine zentrale Rolle«, informiert das Ministerium. Deutlich mehr Einsparungen als im Vorjahr erzielten die Kassen dagegen durch die Rabattverträge: Hier steht ein Plus von 11,2 Prozent unter dem Strich. Die Kosten für Schutzimpfungen stiegen um 17,5 Prozent.

 

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