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Angepasste Vakzinen
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FDA für Omikron-Anteil in Corona-Impfstoffen

Die US-Zulassungsbehörde FDA will für den Herbst einen Booster-Covid-19-Impfstoff mit einem Omikron-Anteil empfehlen. Dieser sollte möglichst eine BA.4/BA.5-Komponente enthalten, hieß es bei einer Sitzung eines Beratergremiums gestern.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 29.06.2022  17:16 Uhr

Monovalent oder bivalent?

Professor Dr. Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI), weist darauf hin, dass Daten von Biontech/Pfizer zufolge sowohl monovalente als bivalente Impfstoffe mit Omikron-Anteil einen besseren Schutz gegen Omikron erzeugen als die herkömmlichen Impfstoffe – wobei die monovalente Vakzine höhere neutralisierende Antikörperspiegel gegen Omikron induziert als die bivalente Vakzine.

»Die Frage ist nun: Braucht man überhaupt noch einen Schutz gegen frühere Varianten?«, sagte Watzl. Daher sei es schwierig, einen klaren »Sieger« bei monovalenten gegen bivalente Impfstoffe zu küren. Ihm zufolge sollten Ungeimpfte bevorzugt einen bivalenten Impfstoff oder eine Impfserie aus Original-Prime und Omikron-Booster bekommen.

Wie Professor Dr. Peter Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie am Universitätsklinikum Tübingen, ergänzt, wäre dagegen für Geimpfte eine Auffrischimpfung mit einer monovalenten Version geeignet. »Denn wer bereits die Grundimmunisierung erhalten hat, braucht beim Booster nicht noch einmal gegen das Ursprungsvirus geimpft zu werden«, so Kremsner.

Watzl zufolge könnten Biontech/Pfizer ihre angepassten Impfstoffe sofort und Moderna ab Juli oder August ausliefern. Das Problem sei aber die Dauer des Zulassungsverfahrens. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat bereits Rolling Reviews zu den angepassten Impfstoffen von beiden Herstellern begonnen und rechnet mit einer Zulassung im September. Laut Watzl sei aufgrund der schnellen Virusevolution ein zügigeres Zulassungsverfahren für die Zukunft wünschenswert. Die saisonalen Grippeimpfstoffe würden schließlich auch nicht nochmal in klinischen Studien getestet. 

Gerade die Integration einer BA.4/BA.5-Komponente könnte Watzl zufolge noch zeitlich knapp werden. »Wenn im Herbst nur ein angepasster Impfstoff mit BA.1-Bestandteilen vorliegt, dann ist das eben so.« Auch dieser sei als Booster besser als die herkömmliche Vakzine, so Watzl. »Wir wissen natürlich nicht, welche Variante uns vielleicht im Winter überrascht, aber es ist wahrscheinlich, dass sie von Omikron ausgeht.«

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