Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Herstellende US-Apotheken
-
FDA-Berater empfehlen vier umstrittene Peptide

Mit knappen Mehrheiten und gegen den ausdrücklichen Rat der eigenen Behördenwissenschaftler hat das Pharmacy Compounding Advisory Committee, das beratende Fachgremium der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA, am Donnerstag empfohlen, vier populäre Peptide für die Herstellung in Compounding-Apotheken freizugeben.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 24.07.2026  16:20 Uhr
FDA-Berater empfehlen vier umstrittene Peptide

Das Pharmacy Compounding Advisory Committee (PCAC) der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA hat die Zulassung mehrerer Peptide empfohlen, darunter

  • BPC-157 (Body Protection Compound 157) , der wohl bekannteste Vertreter einer Gruppe ungetesteter Peptide,
  • Peptide mit dem Kürzel KPV, denen eine Wirkung bei Wundheilungsstörungen und entzündlichen Erkrankungen zugeschrieben wird,
  • TB-500, das ebenfalls die Wundheilung fördern soll sowie
  • MOTS-c, für das positive Effekte bei Adipositas und Osteoporose beansprucht werden.

Die Abstimmungen fielen durchweg denkbar knapp aus, wie Sarah Todd and Lizzy Lawrence in einem Beitrag auf der amerikanischen Nachrichtenplattform »STAT+« berichten. Zudem verliefen die Abstimmungen stets entlang derselben Bruchlinie innerhalb des PCAC. Für BPC-157 votierten acht Mitglieder, sechs stimmten dagegen, eines enthielt sich. Dasselbe Ergebnis ergab sich bei KPV und TB-500. Für MOTS-c lautete das Abstimmungsergebnis sieben zu fünf.

Aufschlussreich ist die Zusammensetzung der Lager: Auf der Ja-Seite standen überwiegend jene stimmberechtigten Mitglieder, die das Gesundheitsministerium (HHS) benannt hatte. Viele von ihnen hatten erkennbare Interessenkonflikte – beispielsweise als Betreiber von Kliniken, in denen Peptide eingesetzt werden. Gegen eine Zulassungsempfehlung zur Herstellung der Peptide stimmten etwa Patienten- und Verbrauchervertreter.

Kritiker, auch aus den Reihen der Behörde selbst, werfen Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. vor, das Gremium mit Personen besetzt zu haben, die von einem breiteren Zugang zu Peptiden profitieren könnten. Kennedy, der nach eigenen Angaben selbst Peptide anwendet, hatte sich im Frühjahr in einer Podcastfolge des bekannten Podcasters, Mixed-Martial-Arts-Kommentators und Stand-up-Comedians Joe Rogan dafür ausgesprochen, die Herstellung bestimmter Peptide Apotheken zu überlassen, statt Anwender auf einen kontaminationsanfälligen Graumarkt zu verweisen.

Mehr von Avoxa