| Theo Dingermann |
| 24.07.2026 16:20 Uhr |
Kritiker werfen Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. vor, das Beratungsgremium der FDA mit Personen besetzt zu haben, die finanziell von einem breiteren Zugang zu Peptiden profitieren könnten. / © Getty Images/MirageC
Das Pharmacy Compounding Advisory Committee (PCAC) der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA hat die Zulassung mehrerer Peptide empfohlen, darunter
Die Abstimmungen fielen durchweg denkbar knapp aus, wie Sarah Todd and Lizzy Lawrence in einem Beitrag auf der amerikanischen Nachrichtenplattform »STAT+« berichten. Zudem verliefen die Abstimmungen stets entlang derselben Bruchlinie innerhalb des PCAC. Für BPC-157 votierten acht Mitglieder, sechs stimmten dagegen, eines enthielt sich. Dasselbe Ergebnis ergab sich bei KPV und TB-500. Für MOTS-c lautete das Abstimmungsergebnis sieben zu fünf.
Aufschlussreich ist die Zusammensetzung der Lager: Auf der Ja-Seite standen überwiegend jene stimmberechtigten Mitglieder, die das Gesundheitsministerium (HHS) benannt hatte. Viele von ihnen hatten erkennbare Interessenkonflikte – beispielsweise als Betreiber von Kliniken, in denen Peptide eingesetzt werden. Gegen eine Zulassungsempfehlung zur Herstellung der Peptide stimmten etwa Patienten- und Verbrauchervertreter.
Kritiker, auch aus den Reihen der Behörde selbst, werfen Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. vor, das Gremium mit Personen besetzt zu haben, die von einem breiteren Zugang zu Peptiden profitieren könnten. Kennedy, der nach eigenen Angaben selbst Peptide anwendet, hatte sich im Frühjahr in einer Podcastfolge des bekannten Podcasters, Mixed-Martial-Arts-Kommentators und Stand-up-Comedians Joe Rogan dafür ausgesprochen, die Herstellung bestimmter Peptide Apotheken zu überlassen, statt Anwender auf einen kontaminationsanfälligen Graumarkt zu verweisen.