| Lukas Brockfeld |
| 23.06.2026 18:55 Uhr |
Urs Voegeli erklärte, dass der deutsche Standort durch mehrere Gesetze und Vorgaben wie AMNOG unattraktiver werde. »Die Gesetze und die aktuellen Diskussionen über Reformen erzeugen viel Unsicherheit. Nehmen wir den dynamischen Herstellerabschlag: Keiner kann mir sagen, welcher Rabatt in fünf Jahren für ein innovatives Krebsmedikament fällig wird. Das schafft viel Planungsunsicherheit«, klagte Voegeli.
Tino Sorge erklärte, dass man das Problem im Gesundheitsministerium sehe und aktuell noch über den Herstellerabschlag diskutiere. Man werde eine Lösung finden, die Planungssicherheit für die Industrie schafft. Gleichzeitig wolle man auch die Rahmenbedingungen verbessern. »Eine Dynamisierung, die von verschiedenen Variablen abhängig ist, ist schwer kalkulierbar. Das wird zum Problem, wenn man in den USA erklären muss, warum es sinnvoll ist, in Deutschland zu investieren«, sagte der Staatssekretär.
Auch an anderen Stellen wolle man Erleichterungen für die Industrie schaffen. »Nehmen wir die Abschläge für Kombinationstherapien oder die Leitplanken, bei denen wir sehen, dass sie in ihrer jetzigen Form nicht zielführend sind. Da wird es noch entsprechende Bewegungen geben«, versprach Tino Sorge.
Oliver Ehrentraut hob hervor, dass Politik und Industrie miteinander in einen konstruktiven Austausch treten müssten. »In den aktuellen Dialogprozess ist ein bisschen Sand geraten. Aber es geht wieder los, und es ist entscheidend, dass wir gemeinsam Innovationen in der Gesundheitsversorgung vorantreiben. Das gibt neben dem medizinischen auch einen gesellschaftlichen und ökonomischen Nutzen. Die Menschen werden schneller gesund und sind länger erwerbstätig. Das schafft Mehrwert für alle, und das muss man berücksichtigen«, erklärte der Ökonom.