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Deutsche Pharmaindustrie

Exportgeschäft boomt trotz Krise

Die deutsche Pharmabranche hat die Coronavirus-Pandemie bislang recht gut weggesteckt. Grund dafür ist vor allem der Außenhandel. Während die Umsätze im Inland zuletzt eingebrochen waren, boomte das Exportgeschäft, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht.
Stephanie Schersch
22.07.2020  13:38 Uhr

Der deutschen Wirtschaft setzt die Coronavirus-Pandemie mitunter deutlich zu. Vergleichsweise wenig Grund zur Klage hat bislang allerdings die Pharmaindustrie. Gleich zu Beginn der Krise konnte sie sich über starke Exportzuwächse freuen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden am Dienstag mitgeteilt hat. Demnach legten die Exporte der Branche zwischen März und Mai 2020 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um satte 14,3 Prozent auf 22,1 Milliarden Euro zu. Zum Vergleich: Über alle Branchen hinweg brachen die Exporte im gleichen Zeitraum um 22,6 Prozent ein.

Besonders gut liefen die Geschäfte der Hersteller im März. Allein in diesem Monat konnten sie pharmazeutische Waren im Wert von 8,2 Milliarden Euro ins Ausland verkaufen – ein Plus von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch im Binnenhandel brach der März alle Rekorde. So stieg der Inlandsumsatz um 20 Prozent. Destatis führt das vor allem auf große Vorratsbestellungen der deutschen Apotheken zu Beginn der Pandemie zurück. Hintergrund war die große Nachfrage vieler Patienten, die sich vor dem Lockdown Mitte März noch einmal mit wichtigen Arzneimitteln eindecken wollten. Während das Geschäft hierzulande allerdings bereits im April wieder deutlich einbrach, stiegen die Umsätze im Exportgeschäft zunächst weiter und gingen erst im Mai leicht zurück. Insgesamt lag das Umsatzplus der deutschen Pharmaindustrie zwischen März und Mai bei 1,1 Prozent.

Wichtigster Absatzmarkt sind die USA

Wie bedeutend der Handel mit dem Ausland ist, zeigt auch die wachsende Differenz zwischen Export und Import. So lag der Exportüberschuss im Jahr 2019 bereits bei 28 Milliarden Euro, 2009 waren es noch 13 Milliarden Euro gewesen. Wichtigster Absatzmarkt waren im vergangenen Jahr dabei erneut die Vereinigten Staaten (17 Prozent am Gesamtexport), gefolgt von den Niederlanden und der Schweiz. Mehr als die Hälfte der Exporte (53 Prozent) geht inzwischen in Nicht-EU-Staaten. Insgesamt erwirtschafteten die 358 deutschen Pharmabetriebe mit etwa 120.000 Beschäftigten Destatis zufolge im Jahr 2019 rund 51 Milliarden Euro Umsatz – 65 Prozent davon (33 Milliarden Euro) im Ausland.

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