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Neues Sammelgebiet

Exponate zu Covid-19 kommen ins Deutsche Apotheken-Museum 

Seit kurzem entwickelt das Deutsche Apotheken-Museum in Heidelberg ein hoch aktuelles Sammlungsgebiet. Dabei geht es um eine repräsentative Auswahl an Objekten, die die Entwicklungen rund um Covid-19 dokumentieren .
PZ
22.12.2020  07:00 Uhr

Museumsleiterin Dr. Elisabeth Huwer erklärt die neue Aufgabe. »Als pharmaziehistorisches Museum beschäftigen wir uns normalerweise mit der Therapie von Erkrankungen und Seuchen aus der Vergangenheit. Mit Corona sind wir in der außergewöhnlichen Situation, dass wir Informationen zu einer Pandemie der Gegenwart sammeln und für künftige Generationen bewahren können.«

Gemeinsam mit Sammlungsleiterin Dr. Claudia Sachße entwickelt Huwer das neue Gebiet. Ziel ist es, eine repräsentative Auswahl an Objekten zu sammeln, die aus medizinisch-pharmazeutischer Sicht die Entwicklungen rund um das Virus und Covid-19 dokumentieren. Hierbei steht das Deutsche Apotheken-Museum in Kontakt mit verschiedenen Institutionen, Firmen und Forschungsinstituten in ganz Deutschland.

Archiviert werden Medikamente und Impfstoffe, die aktuell oder künftig gegen Covid-19 eingesetzt werden. Dazu gehören bekannte Arzneimittel mit bisher anderer Indikation, für die sich in klinischen Studien eine Wirksamkeit gegen die Viruserkrankung ermitteln lässt. Ebenso wichtig für die Sammlung sind in Entwicklung befindliche Präparate sowie Medikamente, für die eine Wirksamkeit inzwischen ausgeschlossen wurde oder die sich gar als problematisch erwiesen haben. Dabei sind die Verpackungen als historisches Artefakt und Informationsträger ebenso wichtig wie die Arzneistoffe selbst.

Zeitgeschehen dokumentieren

Erste Exponate hat das Museum vom Universitätsklinikum Heidelberg erhalten. Die Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie testete in inzwischen abgeschlossenen Studien die Wirkung von Hydroxychloroquin, das unter anderem bei Malaria eingesetzt wird, unter dem Einfluss von Pantoprazol.

Auch die Thoraxklinik der Universität Heidelberg hat dem Museum mehrere Objekte überlassen, unter anderem das Medikament Veklury® mit dem Ebola-Wirkstoff Remdesivir, das eine Eilzulassung gegen Covid-19 erhalten hat. Dem Heidelberger Zentrum für Infektiologie verdankt das Museum Exemplare der dort geprüften und angewandten SARS-Cov-2-Antikörpertests. Die Sammlung wächst stetig und weitere Institutionen haben ihre Unterstützung zugesagt.

Das Deutsche Apotheken-Museum verfügt über eine umfangreiche Sammlung zur Geschichte des Apothekenwesens, die ständig erweitert wird. Bis zu 2000 Objekte kommen pro Jahr hinzu. Arzneimittel sind ein wichtiger Sammlungsschwerpunkt. Weltweit verfügt das Museum über den in seiner Vielfalt umfangreichsten Bestand von arzneilich verwendeten Materialien, darunter viele Meilensteine der Arzneimittelgeschichte. Nun wird die Arzneimittelsammlung um das hochaktuelle Thema Covid-19 erweitert.

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