| Melanie Höhn |
| 20.01.2026 15:00 Uhr |
Anlässlich der heutigen Einigung des EU-Parlaments hat Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) die Bedeutung einer eigenständigen Produktion kritischer Arzneimittel und Wirkstoffe in Deutschland und Europa hervorgehoben: »Die jüngsten Lieferengpässe und die aktuellen geopolitischen Verwerfungen machen unmissverständlich klar: Europa muss bei lebenswichtigen Arzneimitteln widerstandsfähiger werden. Dafür brauchen wir wieder mehr Produktionskapazitäten hier vor Ort – auch in Deutschland und Baden-Württemberg.«
Der Minister begrüßte den Beginn der Trilog-Verhandlungen ausdrücklich. »Es ist gut, dass der Critical Medicines Act jetzt konkret wird und dass das Europäische Parlament mit der heutigen Abstimmung eine ambitionierte Position für die nun anstehenden Trilogverhandlungen gefunden hat.« Das Land Baden-Württemberg habe diesen Prozess von Anfang mit eigenen Initiativen, Gesprächen und Veranstaltungen auf europäischer Ebene an eng und aktiv begleitet.
Das Gesetz bietet seiner Meinung nach wichtige Ansatzpunkte, um die Versorgungssicherheit mit kritischen Arzneimitteln in der EU und in Deutschland nachhaltig zu stärken, etwa durch gezielte Investitionen in Produktionsanlagen und durch eine Überarbeitung der EU-Vergaberegeln im Arzneimittelbereich. Lucha betonte, dass Versorgungssicherheit künftig stärker gewichtet werden müsse als der alleinige Fokus auf den niedrigsten Preis.
»Unsere Krankenkassen brauchen mehr Spielräume, um Resilienz und Verlässlichkeit in den Lieferketten zu honorieren. Das ist eine zentrale Lehre aus den Engpässen der vergangenen Jahre«, so der Politiker. Auch auf Bundesebene habe er sich für dieses Ziel eingesetzt und habe im vergangenen Jahr gegenüber Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sehr dafür geworben, die Produktion kritischer Arzneimittel strategisch zu stärken. Sein Ministerium stehe zudem in regelmäßigem Austausch mit pharmazeutischen Herstellern, um Investitionen und eine stärkere Ansiedlung von Produktionskapazitäten in Baden-Württemberg zu unterstützen.