| Melanie Höhn |
| 20.01.2026 15:00 Uhr |
Laut dem Verband Pro Generika setzt die Einigung des EU-Parlaments ein Signal für die anstehenden Trilog-Verhandlungen: Künftig soll nicht mehr nur der niedrigste Preis bei der Beschaffung kritischer Arzneimittel – bei denen es sich ganz überwiegend um Generika handelt – entscheidend sein, sondern auch sogenannte MEAT-Kriterien («Most Economically Advantageous Tender«). Diese sehen vor, dass bei Ausschreibungen verbindlich Aspekte wie Versorgungssicherheit, Resilienz der Lieferketten und Diversifizierung von Bezugsquellen stärker berücksichtigt werden müssen. »Damit adressiert das Europäische Parlament eine zentrale strukturelle Ursache von Lieferengpässen«, so der Verband.
»Das Europäische Parlament hat vorgelegt. Die verabschiedete Position weist in die richtige Richtung: Wer Lieferengpässe ernsthaft bekämpfen will, muss weg vom Hauptsache-billig-Prinzip und hin zu verbindlichen Kriterien, die mehr Liefersicherheit versprechen. Versorgungssicherheit darf nicht am Zwang zum niedrigsten Preis scheitern. Resilienz und Zuverlässigkeit müssen künftig systematisch berücksichtigt werden«, kommentierte der Geschäftsführer von Pro Generika Bork Bretthauer.
»Jetzt sind der Rat und die Mitgliedstaaten am Zug«, so Bretthauer. »Entscheidend ist, dass die Verbindlichkeit der MEAT-Kriterien im Trilog erhalten bleibt. Nur dann kann der »Critical Medicines Act« einen echten Beitrag zu einer resilienteren Arzneimittelversorgung in Europa leisten.«