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EMA wird gestärkt

EU nimmt Kampf gegen Arzneimittel-Lieferengpässe auf

Um in künftigen kritischen Situationen (beispielsweise Pandemien) besser auf Engpässe bei Arzneimitteln und Medizinprodukte gewappnet zu sein, wird die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) gestärkt. Dafür sollen etwa bestimmte Arzneimittel künftig schneller zugelassen werden und es gibt bald eine EU-weite Lieferengpass-Datenbank. Apotheken müssen diese Datenbank aber wohl nicht befüllen. 
Charlotte Kurz
25.01.2022  18:00 Uhr
EU nimmt Kampf gegen Arzneimittel-Lieferengpässe auf

Am heutigen Dienstag hat der Europäische Rat eine Verordnung zur Überarbeitung des Mandats der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) angenommen. Der Rat setzt sich aus den Staats- und Regierungschefinnen und -chefs der EU-Mitgliedstaaten zusammen. Damit ist ein weiterer Schritt getätigt, um künftig das Krisenmanagement bezüglich der Arzneimittel- und Medizinprodukteversorgung in Europa zu stärken, kündigte die EU-Kommission per Pressemitteilung an.

Die Arzneimittelagentur, die etwa auch neue Arzneimittel für den europäischen Markt beurteilt, soll künftig mehr Aufgaben und Möglichkeiten erhalten. So soll sie künftig Engpässe bei Arzneimitteln und Medizinprodukten bei Großereignissen und Notlagen im Bereich der öffentlichen Gesundheit genau überwachen und abmildern. Die Agentur soll zudem eine koordinierte Reaktion auf Gesundheitskrisen auf der EU-Ebene erleichtern, indem sie etwa wissenschaftliche Beratung zu Arzneimitteln bereitstellt, die das Potenzial haben, die diesen Krisen zugrundeliegenden Krankheiten zu behandeln, zu verhüten oder zu diagnostizieren. Zudem soll sie klinische Studien zu diesen Arzneimitteln koordinieren, sowie Studien zur Überwachung der Wirksamkeit und Sicherheit ebenjener Arzneimittel koordinieren.

Darüber hinaus sollen die Änderungen eine beschleunigte Zulassung von bestimmten Arzneimitteln ermöglichen. Hier sind ebenfalls vor allem Arzneimittel gemeint, die eine Krankheit therapieren oder verhindern können, die zu einer Krise im Bereich der öffentlichen Gesundheit führen. Die Verordnung ist ein Teil des von der EU-Kommissionvorgeschlagenen Gesetzespakets zur Schaffung der europäischen Gesundheitsunion. Diese wiederum entstand vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie. Hierfür wurde bereits das Europäische Zentrum für Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) gestärkt. Außerdem soll es eine weitere Verordnung zu schwerwiegenden grenzüberschreitenden Gesundheitsbedrohungen geben. Hierzu dauern die Verhandlungen zwischen dem Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten jedoch noch an.

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