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Coronavirus-Pandemie

EU kauft Remdesivir-Grundstock

Die Tinte ist kaum getrocknet: Die Europäische Kommission schließt in einem ersten Vertrag mit dem Pharmakonzern Gilead die Belieferung von Remdesivir für 30.000 Covid-19 Patienten ab. Das Medikament soll für alle EU-Mitgliedsstaaten und auch für Großbritannien ab Anfang August 2020 zur Verfügung stehen.
Charlotte Kurz
29.07.2020  14:44 Uhr

Am heutigen Mittwoch gab die Europäische Kommission bekannt, dass sie gestern mit dem Pharmaunternehmen Gilead einen Vertrag über die Belieferung mit Remdesivir abgeschlossen hat. Demnach soll das Medikament unter dem Markennamen Veklury®, das als erstes Arzneimittel für die Behandlung von Covid-19 in der EU zugelassen wurde, ab August 2020 in den EU-Mitgliedsstaaten und in Großbritannien verfügbar sein.

Mit dem aktuell gekauften Vorrat an Remdesivir können ungefähr 30.000 Patienten, die an schweren Covid-19-Symptomen erkrankt sind, behandelt werden. Laut Mitteilung der Kommission ist die EU damit für die nächsten Monate gut versorgt. Die Verteilung erfolge nach einem fairen Schlüssel, den das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) im Zuge der Coronavirus-Pandemie aufgestellt hatte.

Die EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Stella Kyriakides, erklärte dazu: »In den letzten Wochen hat die Kommission gemeinsam mit Gilead unablässig an einer Vereinbarung gearbeitet, damit das erste zugelassene Arzneimittel gegen COVID-19 in die EU geliefert wird.« Weniger als einen Monat nach der Zulassung werde der gestern geschlossene Vertrag die Behandlung von tausenden Patienten ab Anfang August möglich machen, verkündete sie. Zudem betonte sie, dass die Kommission nichts unversucht lasse, um den Zugang zu sicheren und wirksamen Behandlungen zu gewährleisten, als auch die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs voranzutreiben. Die EU-Kommission bereite zudem weitere Beschaffungen des Medikaments zur Deckung des zusätzlichen Bedarfs vor. Ab Oktober sollen weitere Lieferungen von Remdesivir erfolgen.

Der aktuelle Remdesivir-Kauf kostete 63 Millionen Euro und wird über das Emergency Support Instrument (ESI) der Kommission abgewickelt. Der Europäische Rat aktivierte im April 2020 auf Vorschlag der EU-Kommission das Instrument der Soforthilfe angesichts der aktuellen Pandemie. Das Budget des ESI beträgt insgesamt 2,7 Milliarden Euro und profitiert von Spenden von Mitgliedsstaaten, aber auch von öffentlichen und privaten Geldgebern.

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