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Coronavirus

EU finanziert internationale Forschungsprojekte

Im Kampf gegen das Coronavirus will die EU-Kommission erneut Forscherteams finanzieren, um die Entwicklung von Covid-19-Diagnostika, Behandlungen und Impfstoffen weiter voranzutreiben. Am Dienstag gab die Kommission bekannt, dass sie weitere 128 Millionen Euro in die Hand nimmt, um 23 neue Forschungsprojekte zu unterstützen.
Charlotte Kurz
11.08.2020  16:24 Uhr

Die neuen Projekte umfassen unter anderem bessere Erkenntnisse aus großen Patientengruppen (Kohorten), Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen bestehenden Kohorten auf EU- und internationaler Ebene, Entwicklung medizinischer Technologien und digitaler Instrumente sowie eine verbesserte Analyse der verhaltensbezogenen und sozioökonomischen Auswirkungen der Reaktion des Staates und der öffentlichen Gesundheitssysteme beispielsweise für die psychische Gesundheit.

Insgesamt sollen die Forschung in der EU besser vernetzt, vermehrt Daten zur Patientenversorgung gesammelt, sowie gesamtheitliche Leitlinien für politische Entscheidungsträger und Gesundheitsbehörden entwickelt werden. Darüber hinaus möchte die EU-Kommission mit dem Geld die Neuausrichtung der Produktion für die zügige Herstellung lebensnotwendiger medizinischer Ausstattung für die Behandlung und Prävention fördern. Neue Technologien wie beispielsweise 3D-Drucker sollen dabei helfen, individuelle Ausstattungen zu fertigen. Die Finanzierung der neuen Projekte erfolgt über das Forschungs- und Innovationsprogramm »Horizont 2020« der EU.

Finanzierung durch »Horizont 2020«

Die EU-Kommissarin für Innovation, Forschung und Bildung, Mariya Gabriel, erklärte dazu: »Dank der Soforthilfe aus Horizont 2020 können Forscher schnell Lösungen mit und für Patienten, Pflegekräfte, Krankenhäuser, lokale Gemeinschaften und Unternehmen entwickeln.« Zudem sei es laut Gabriel ermutigend zu sehen, dass die Forschungsgemeinschaft sich so zügig und stark mobilisiert.

An 14 der 23 Projekte nehmen insgesamt 39 Partner aus Deutschland teil. Insgesamt werden 347 Forscherteams aus 40 Ländern gefördert. Die Finanzierung ist Teil der Zusage der EU-Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen, insgesamt 1,4 Milliarden Euro zur globalen Bekämpfung des Coronavirus bereitzustellen. Erst Ende Juli hatte die EU-Kommission versucht, mit zusätzlichen 100 Millionen Euro die Entwicklung von Coronavirus-Impfstoffen zu beschleunigen.

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