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CAR-T-Zelltherapie

Erfolge sind von Dauer

Mit dem kürzlich zugelassenen CAR-T-Zelltherapeutikum Tisagenlecleucel (Kymriah® von Novartis) lassen sich bei bestimmten Leukämieformen nie dagewesene Ansprechraten erzielen. Und diese sind von Dauer, wie neue Daten zeigen, die beim Jahrestreffen der US-amerikanischen hämatologischen Fachgesellschaft (ASH) präsentiert wurden. Mittlerweile werden auch schon die ersten Kombinationen mit dem neuen Therapieansatz erprobt.
Annette Mende
04.12.2018
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Bei Kymriah und dem zweiten CAR-T-Zelltherapeutikum Axicabtagen Ciloleucel (Yescarta®) handelt es sich um patientenindividuelle Therpeutika, für die Betroffenen T-Zellen entnommen, per gentechnischer Modifikation auf ein bestimmtes Oberflächenmerkmal von Krebszellen abgerichtet und wieder rückinfundiert werden. Kymriah ist zugelassen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit refraktärer oder rezidivierter akuter lymphatischer B-Zell-Leukämie (ALL) sowie für Erwachsene mit rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL). Zulassungsrelevant waren die Studien ELIANA und JULIET, von denen beim ASH-Jahresmeeting in San Diego nun neue Zwischenergebnisse präsentiert wurden.

Wie aus einer Mitteilung der ASH hervorgeht, erreichten in der ELIANA-Studie von 79 jungen ALL-Patienten, die mit Kymriah behandelt worden waren, 82 Prozent innerhalb von drei Monaten eine komplette Remission. 18 Monate nach der Behandlung waren von diesen noch 66 Prozent in kompletter Remission. Das Gesamtüberleben betrug zu diesem Zeitpunkt 70 Prozent. Das mediane Gesamtüberleben ist noch nicht erreicht.

In der JULIET-Studie hatten von 99 Patienten mit DLBCL innerhalb von drei Monaten 40 Prozent komplett auf die Therapie mit Kymriah angesprochen und 16 Prozent partiell. Mehr als 18 Monate nach der Infusion war bei 64 Prozent der Patienten, die eine komplette Remission erreicht hatten, nach wie vor kein Krebs mehr nachweisbar. Bemerkenswert sei, dass von den Patienten, die ursprünglich nur partiell angesprochen hatten, 54 Prozent schließlich die Kriterien der kompletten Remission erfüllten, so die ASH. Die CAR-T-Zellen seien also in vivo über einen langen Zeitraum aktiv geblieben.

Um die Ansprechraten weiter zu erhöhen und auch um bei noch mehr Patienten ein dauerhaftes Ansprechen zu erreichen, werden unterdessen bereits Kombinationen mit der CAR-T-Zelltherapie getestet. Ein möglicher Kombinationspartner sind Checkpoint-Inhibitoren wie Pembrolizumab (Keytruda®) oder Nivolumab (Opdivo®), die am Immun-Checkpoint PD-1 ansetzen. Die Blockade dieses Signalwegs soll verhindern, dass das Immunsystem des Patienten die CAR-T-Zellen attackiert. Erste Ergebnisse einer kleinen Studie mit 14 Kindern mit ALL, die in San Diego präsentiert wurden, waren positiv. Nun müssen Untersuchungen mit größeren Probandenzahlen folgen. Auch die Kombination mit dem Bruton-Tyrosinkinasehemmer Ibrutinib (Imbruvica®) bei 19 Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) war laut ASH vielversprechend.

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