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Alzheimer-Antikörper
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Erfahrungen nach einem Jahr in der Anwendung

Seit gut einem Jahr können sich bestimmte Patientinnen und Patienten in Deutschland mit den Alzheimer-Medikamenten Lecanemab und Donanemab behandeln lassen. Was hat sich seitdem getan?
Autordpa
AutorPZ
Datum 04.11.2026  15:30 Uhr
Erfahrungen nach einem Jahr in der Anwendung

Die Antikörper Lecanemab und Donanemab sollen nicht nur Symptome lindern, sondern direkt gegen die Ursachen von Alzheimer wirken. Seit gut einem Jahr werden die Medikamente in Deutschland eingesetzt. Auch der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) mit rund 8000 Teilnehmern, der vom 4. bis 7. November in Berlin stattfindet, beschäftigt sich mit dem Thema. Ein Demenz-Experte zog dabei eine erste Bilanz aus der Praxis.

Offizielle Zahlen zum Einsatz der Medikamente gibt es nach Angaben des Kölner Neurologen Özgür Onur nicht. Er geht von einer Zahl im vierstelligen Bereich aus. »Ich würde schätzen, dass zwischen 1000 und 2000 Menschen behandelt wurden«, so Onur. Lecanemab (Handelsname Leqembi) ist hierzulande seit September 2025 erhältlich, Donanemab (Handelsname Kisunla) seit November 2025. »Es gibt eine konstant hohe Nachfrage nach den Medikamenten«, sagt Onur.

Der G-BA sieht keinen belegten Zusatznutzen

Nach Ansicht des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken (GBA) haben beide Medikamente keinen belegten Zusatznutzen im Vergleich zu älteren Behandlungsansätzen. Das heißt, dass sie nach den berücksichtigten Daten mit Blick etwa auf Symptome oder Lebensqualität nicht besser wirken als die schon länger verfügbaren Mittel. Der Beschluss für Lecanemab fiel im Februar, für Donanemab im April.

Donanemab und Lecanemab können dennoch weiter verordnet werden, langfristig ist das jedoch fraglich: Der G-BA-Beschluss hat großen Einfluss auf die Verhandlungen über den Preis, den Krankenkassen zu zahlen bereit sind, und damit darauf, ob der Hersteller es überhaupt auf dem deutschen Markt lässt. Bei keinem Zusatznutzen darf der Preis eines neuen Medikaments nicht allzu stark von dem der schon länger verfügbaren Mittel abweichen.

Den Donanemab- und Lecanemab-Herstellern dürfte das nicht gefallen. Denn ihre Medikamente sind um ein Vielfaches teurer als die bisherigen symptomatischen Medikamente. Nach Angaben eines Sprechers des GKV-Spitzenverbands laufen die Verhandlungen derzeit noch. Onur rechnet mit einem Ergebnis Anfang des Jahres.

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