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TI-Atlas 2026
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ePA wird intensiv genutzt

Der neue TI-Atlas der Gematik zeigt, dass sich viele TI-Anwendungen wie die elektronische Patientenakte (ePA) inzwischen im Versorgungsalltag etabliert haben. Doch in der Digitalisierung des Gesundheitssystems gibt es noch immer Defizite.
AutorKontaktPZ
Datum 16.07.2026  11:00 Uhr

Die elektronische Patientenakte etabliert sich in der Versorgung, das TI-Gateway sorgt für mehr Stabilität und digitale Anwendungen entfalten konkrete Wirkung. Das sind einige der zentralen Ergebnisse des TI-Atlas, der in der vergangenen Woche von der Gematik veröffentlicht wurde.

Der TI-Atlas 2026 gibt zum sechsten Mal einen Überblick zum Stand der Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland. Für die jährlich erhobene Studie zur Nutzung, Akzeptanz und Wirkung der Telematikinfrastruktur und digitaler Anwendungen wurden nach Angaben der Gematik die Befragungsergebnisse von etwa 5000 Einrichtungen und 1400 Versicherten ausgewertet.

Ein Schwerpunkt der Befragung war die elektronische Patientenakte (ePA), die sich nach Einschätzung der Gematik inzwischen in der Versorgung etabliert hat. Knapp 70 Prozent der Arztpraxen nutzen sie demnach intensiv. Auch Krankenhäuser setzen sie zunehmend ein: Etwa 50 Prozent der Kliniken arbeiten mit der ePA – drei Viertel davon bereits krankenhausweit. Aufgrund der Komplexität beschränkt sich die Nutzung in den Krankenhäusern aktuell teilweise noch auf einzelne Anwendungsfälle und Funktionen.

Digitale Medikationsübersicht

Etwa zwei Drittel der medizinischen Einrichtungen und Apotheken berichten laut TI-Atlas, dass Patienteninformationen durch die ePA schneller verfügbar sind. Auch Versicherte zeigen weiterhin eine hohe Bereitschaft, medizinische Informationen verfügbar zu machen: 90 Prozent der Versicherten, die die ePA kennen, halten sie für sinnvoll, und etwa 80 Prozent befürworten den Zugriff behandelnder Einrichtungen auf wichtige Gesundheitsdaten.

Mit dem elektronischen Medikationsplan soll in diesem Jahr die elektronische Medikationsliste (eML) zu einer umfassenden digitalen Medikationsübersicht weiterentwickelt werden. Ein Drittel der mehr als 5000 befragten Einrichtungen bewertet den eMP als den Digitalisierungsschritt mit dem aktuell größten Nutzen für die Versorgung.

Zu den Herausforderungen im aktuellen Versorgungsalltag berichten zwei Drittel der Arztpraxen von Problemen durch fehlende Medikationspläne oder hohem Aufwand bei Aktualisierungen und Übernahmen von Fremdplänen. Ähnliche Schwierigkeiten nennen auch Apotheken und Pflegeheime. Entsprechend erwarten zwei Drittel der befragten Einrichtungen, dass sich mit der Einführung des elektronischen Medikationsplans im Jahr 2026 die Vollständigkeit und Aktualität der Medikationsinformationen verbessern.

Umstellung auf das TI-Gateway

Der TI-Atlas 2026 liefert erstmals Ergebnisse zu neuen Anschlussmöglichkeiten an die TI und verdeutlicht nach Einschätzung der Gematik die positiven Effekte des TI-Gateways. Zwar sei die Umstellung auf das TI-Gateway für Einrichtungen zunächst mit Anpassungsaufwänden verbunden, doch bereits ein Drittel der umgestellten Einrichtungen berichte von einer höheren Stabilität der Verbindung und schnelleren Reaktionszeiten – Herausforderungen träten nach der Umstellung nur vereinzelt auf.

Während Anwendungen wie die ePA in Arztpraxen und Krankenhäusern zunehmend verankert sind, verdeutlicht der TI-Atlas zugleich weitere notwendige Entwicklungsschritte. Bei Pflegeeinrichtungen steht vor allem der aktuelle Umsetzungsstand der verpflichtenden TI-Anbindung im Fokus: Etwa die Hälfte der Pflegeeinrichtungen ist inzwischen an die TI angeschlossen. Der weitere Ausbau der digitalen Vernetzung bleibt damit für die Gematik ein wichtiger nächster Schritt.

Auch Künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung: Bereits heute nutzt etwa die Hälfte der befragten Einrichtungen erste KI-Anwendungen – bislang vor allem zur Unterstützung administrativer und organisatorischer Prozesse.

»Der TI-Atlas 2026 zeigt, dass digitale Anwendungen im Versorgungsalltag verankert sind und dort konkreten Nutzen schaffen. Die ePA, der digitale Medikationsprozess (dgMP) mit dem elektronischen Medikationsplan und eine stabile technische Infrastruktur bilden wichtige Bausteine für eine stärker vernetzte Versorgung. Auch Anwendungen wie das E-Rezept und die Kommunikation im Medizinwesen (KIM) sind aus dem Versorgungsalltag nicht mehr wegzudenken und zeigen, wie digitale Prozesse zunehmend selbstverständlich werden«, so Florian Hartge, Geschäftsführer der Gematik.

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