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Digitalisierung

EPA-Einführung: »Kein Sprint, sondern ein Marathon«

Die EPA-Einführung sei »kein Sprint, sondern ein Marathon«. Die Barmer rechnet damit, dass die Zahl der aktiven Nutzer in diesem Jahr kräftig steigt, wie eine Sprecherin sagte. Die EPA solle mehr Transparenz schaffen und so auch eine bessere Versorgung ermöglichen. »Das geschieht vor allem dadurch, dass viele bislang verstreute Informationen an einem Punkt vereint werden und damit stets verfügbar sind.« Dazu gehörten etwa Informationen zu Krankheiten und Therapien, im Ernstfall lebensrettende Notfalldaten oder Diagnosen.

Entscheidend für den Erfolg werde auch sein, Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz zu vereinen, ohne dass sich beides gegenseitig behindere. Die DAK setzt ebenfalls auf stetig steigenden Nutzerzahlen, wie ein Sprecher erläuterte. Durch die zukünftigen Ausbauschritte und die breite Anbindung an Praxen und andere Leistungserbringer werde der Mehrwert deutlich steigen. Generell habe die Bedeutung digitaler Angebote für die Versicherten massiv zugenommen.

Patienten entscheiden selbst, was sie speichern wollen

Das habe sich auch schon vor den besonderen Umständen der Corona-Krise gezeigt. Die E-Akten sollen schrittweise mehr können. Ab 2022 sollen auch der Impfausweis, der Mutterpass, das gelbe Untersuchungsheft für Kinder und das Zahn-Bonusheft digital abrufbar sein. Was sie speichern wollen, entscheiden die Patienten selbst. Sie bestimmen auch, wer auf die EPA zugreifen darf – im ersten Jahr aber noch nicht in verfeinerter Form, was Datenschützer scharf kritisieren. Es gibt auch einen Bereich mit Versicherten-Informationen der jeweiligen Kassen, beispielsweise mit Erinnerungsfunktionen.

Die EPA ist ein zentrales Projekt von Minister Jens Spahn (CDU), das nach jahrelangem Gezerre die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen soll. Privatpatienten sollen die E-Akte nach Angaben der privaten Krankenversicherung ab Anfang 2022 angeboten bekommen.

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