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Medikationsanalyse
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Ein Fall aus dem Altenheim

Bei der Medikationsanalyse von Heimpatienten gilt es für Apotheker, nicht nur den behandelnden Arzt, sondern auch das Pflegepersonal bei der Lösung arzneimittelbezogener Probleme einzubeziehen. Wie das aussehen kann, stellte die Apothekerin Franziska Lemmer an einem Fallbeispiel der Webinarreihe »100 Medikationsanalysen später« von Pharma4u vor.
AutorKontaktCarolin Lang
Datum 22.11.2023  15:30 Uhr

Die ärztliche Sicht

Dem stimmte auch Dr. Annegret Fröbel zu. Mit ihr war auch eine Allgemeinmedizinerin in der Runde vertreten, die die ärztliche Sicht auf den Fall darlegte. Der Top-3-Priorisierung Lemmers schloss sie sich an und ergänzte, liege tatsächlich eine rein venöse Insuffizienz und keine zusätzliche Herzinsuffizienz bei der Patientin vor, lasse sich durch eine Kompressionsbehandlung eventuell die Torasemid-Dosis zusätzlich reduzieren. Weiter stellte Fröbel die Notwendigkeit der verordneten Psychopharmaka infrage. Diese seien möglicherweise ein Relikt aus dem Krankenhausaufenthalt der Patientin und inzwischen obsolet, so die Medizinerin. Auch das Simvastatin sei mit Blick auf das Alter der Patientin zu hinterfragen.

»Das war wirklich ein Fall, bei dem sehr viel die Pflege mit ins Boot geholt worden ist, weil viel durch Symptombeobachtung durch die Pflege verhindert werden kann«, hob Lemmer abschließend hervor.

Auch die Lösungsvorschläge an den Hausarzt zahlten sich offenbar aus. Wie Lemmer auf Nachfrage der PZ berichtete, sei dieser der Empfehlung nachgekommen, die Torasemid-Dosis auf eine Tablette am Morgen zu reduzieren.

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