Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Nagelpilz
-
Efinaconazol in Deutschland eingeführt

Das Pharmaunternehmen Almirall hat Anfang Mai den Wirkstoff Efinaconazol (Jublia® 89 mg/ml Lösung zur Anwendung auf der Haut) auf dem deutschen Markt eingeführt. Es handelt sich um eine neue topische Therapieoption bei Onychomykosen.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 03.06.2026  07:08 Uhr

Efinaconazol ist ein Azol-Antimykotikum. Wie andere Vertreter dieser Wirkstoffklasse hemmt es die Lanosterol-14α-Demethylase von Pilzen, die an der Biosynthese von Ergosterol, einem Bestandteil der Pilzzellmembranen, beteiligt ist. Dies führt zu sekundären degenerativen Veränderungen in den Pilzen. Efinaconazol zeichnet sich durch eine geringe Keratinbindung aus, wodurch es den Nagel gut durchdringen und sich im Nagelbett verteilen kann.

Zugelassen ist Jublia zur topischen Behandlung von leichter bis mittelschwerer Onychomykose der Zehennägel (ohne Beteiligung der Matrix) durch Dermatophyten bei Patienten ab einem Alter von sechs Jahren. Das Präparat ist verschreibungspflichtig, aber nicht erstattungsfähig. Sind mehr als drei Nägel, mehr als zwei Drittel der Nagelplatte oder die Nagelmatrix befallen und liegen prädisponierende Faktoren wie Immunstörungen vor, sollte der Arzt eine zusätzliche systemische Therapie erwägen.

Gute Studienergebnisse

Die Wirksamkeit des Antimykotikums bei Erwachsenen wurde in zwei randomisierten, doppelblinden, vehikelkontrollierten Studien der Phase III untersucht. Teilnehmende waren Patienten im Alter von 18 bis 70 Jahren mit einem klinischen Befall des Ziel-Zehennagels von 20 bis 50 Prozent ohne Dermatophytome oder Lunula-Beteiligung (Matrix). In beiden Studien erhielten die Patienten eine tägliche Behandlung über einen Zeitraum von bis zu 48 Wochen. Insgesamt wurden 1655 Patienten randomisiert einer Behandlung zugewiesen – 1239 der Efinaconazol-Gruppe und 416 der Vehikelgruppe.

In beiden Studien war der primäre Wirksamkeitsendpunkt definiert als der Prozentsatz der Patienten, die in Woche 52, also vier Wochen nach Therapieende, eine vollständige Heilung erreichten. Diese war definiert als 0 Prozent klinischer Befall des Ziel-Zehennagels zusätzlich zu einem negativen Kaliumhydroxid-Test und einer negativen Pilzkultur des Ziel-Zehennagels. In beiden Studien waren die Behandlungsergebnisse mit Efinaconazol signifikant besser als mit Vehikel: Die vollständige Heilung lag in Studie 1 bei 17,8 versus 3,3 Prozent, in Studie 2 bei 15,2 versus 5,5 Prozent. Auch bei den sekundären Endpunkten war der Unterschied zur Vehikelgruppe statistisch signifikant.

In einer offenen, einarmigen Phase-IV-Studie wurde Efinaconazol bei 60 pädiatrischen Patienten im Alter von sechs bis 16 Jahren mit leichter Onychomykose der Zehennägel bei einmal täglicher Anwendung über 48 Wochen untersucht. In Woche 52 hatten 40,0 Prozent eine vollständige Heilung erreicht.

Anfeilen der Nägel nicht notwendig

Das Antimykotikum wird über 48 Wochen täglich mithilfe des im Verschluss integrierten Durchflusspinsels auf die betroffenen Nägel aufgetragen, bis diese gesund nachgewachsen sind. Vor der Anwendung müssen die betroffenen Stellen gründlich gereinigt und abgetrocknet werden. Apothekenteams können darüber informieren, dass die Lösung nach dem Duschen, Baden oder Waschen erst nach einer Wartezeit von mindestens zehn Minuten aufgetragen werden darf. Danach muss Jublia vollständig getrocknet sein, bevor behandelte Stellen mit Bettwäsche, Socken oder anderer Kleidung in Berührung kommen.

Die Empfehlung lautet, das Mittel vor dem Schlafengehen aufzutragen. Ein Anfeilen der Nägel oder der Einsatz von Lösungsmitteln vor der Anwendung ist nicht notwendig; die gründliche Reinigung der Nägel mit Wasser reicht aus. Die Flasche ist nach Anbruch fest verschlossen zu halten, um ein Verdunsten der Lösung zu vermeiden. Die Lösung ist entflammbar und deshalb von Hitze und offenem Feuer fernzuhalten.

Ein Kontakt der Augen oder Schleimhäute mit Jublia-Lösung ist zu vermeiden. Bei versehentlichem Kontakt mit den Augen sind diese gründlich unter fließendem Wasser auszuspülen. Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind Dermatitis an der Applikationsstelle (2,1 Prozent) sowie Bläschen an der Applikationsstelle (1,5 Prozent).

Da die systemische Exposition gegenüber Efinaconazol bei der empfohlenen Anwendung gering ist, sind keine Auswirkungen während der Schwangerschaft zu erwarten. Dennoch sollte die Anwendung von Jublia bei Schwangeren nur in Betracht gezogen werden, wenn dies unbedingt notwendig ist. Auch bei Stillenden kommt die Anwendung von Jublia nur infrage, wenn dies unbedingt notwendig ist.

Mehr von Avoxa