| Sven Siebenand |
| 03.06.2026 07:08 Uhr |
Das Antimykotikum wird über 48 Wochen täglich mithilfe des im Verschluss integrierten Durchflusspinsels auf die betroffenen Nägel aufgetragen, bis diese gesund nachgewachsen sind. Vor der Anwendung müssen die betroffenen Stellen gründlich gereinigt und abgetrocknet werden. Apothekenteams können darüber informieren, dass die Lösung nach dem Duschen, Baden oder Waschen erst nach einer Wartezeit von mindestens zehn Minuten aufgetragen werden darf. Danach muss Jublia vollständig getrocknet sein, bevor behandelte Stellen mit Bettwäsche, Socken oder anderer Kleidung in Berührung kommen.
Die Empfehlung lautet, das Mittel vor dem Schlafengehen aufzutragen. Ein Anfeilen der Nägel oder der Einsatz von Lösungsmitteln vor der Anwendung ist nicht notwendig; die gründliche Reinigung der Nägel mit Wasser reicht aus. Die Flasche ist nach Anbruch fest verschlossen zu halten, um ein Verdunsten der Lösung zu vermeiden. Die Lösung ist entflammbar und deshalb von Hitze und offenem Feuer fernzuhalten.
Ein Kontakt der Augen oder Schleimhäute mit Jublia-Lösung ist zu vermeiden. Bei versehentlichem Kontakt mit den Augen sind diese gründlich unter fließendem Wasser auszuspülen. Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind Dermatitis an der Applikationsstelle (2,1 Prozent) sowie Bläschen an der Applikationsstelle (1,5 Prozent).
Da die systemische Exposition gegenüber Efinaconazol bei der empfohlenen Anwendung gering ist, sind keine Auswirkungen während der Schwangerschaft zu erwarten. Dennoch sollte die Anwendung von Jublia bei Schwangeren nur in Betracht gezogen werden, wenn dies unbedingt notwendig ist. Auch bei Stillenden kommt die Anwendung von Jublia nur infrage, wenn dies unbedingt notwendig ist.
Hierzulande werden seit vielen Jahren bekannte Wirkstoffe zur topischen Behandlung der Onychomykose eingesetzt. Anderorts gibt es auch neuere Wirkstoffe wie Tavaborol und Efinaconazol. Letzteres ist nun endlich auch in Deutschland verfügbar.
Das Azol-Antimykotikum blockiert durch Hemmung der Lanosterol-14α-Demethylase die Ergosterolsynthese der Pilzzellmembran. Das ist natürlich erst einmal nichts Neues. Dennoch ist Efinaconazol eine interessante neue Therapieoption bei Nagelpilz und vorläufig als Schrittinnovation zu werten. Denn der Wirkstoff weist eine geringe Keratinbindung auf, wodurch er den Nagel gut durchdringen und sich im Nagelbett verteilen kann. Einer Publikation in »Antimicrobial Agents and Chemotherapy« zufolge betrug die Konzentration an freiem Efinaconazol in Keratinsuspensionen 14,3 Prozent und lag damit deutlich über den Konzentrationen von Ciclopirox und Amorolfin (0,7 beziehungsweise 1,9 Prozent).
Die aktuelle S1-Leitlinie Onychomykose gibt das Ergebnis einer Metaanalyse von antimykotischen Nagellack-Präparaten aus dem Jahr 2020 wieder. Diese hat gezeigt, dass für Efinaconazol eine »High-Quality-Evidence« für die komplette Heilung nachweisbar ist.
Es ist gut, dass Efinaconazol bereits ab einem Alter von sechs Jahren bei Onychomykosen zugelassen ist. Aufgrund des schnelleren Nagelwachstums zeigte es in diesem Kollektiv im Vergleich zu Erwachsenen in Studien noch bessere Ergebnisse.
Lange Behandlungsdauern sind bei der Lokaltherapie von Nagelpilz gang und gäbe. Das ist auch bei Efinaconazol nicht anders. Der neue Wirkstoff muss einmal täglich angewendet werden, was eine besonders gute Disziplin erfordert. Andere Antimykotika werden bekanntermaßen seltener angewendet, etwa Amorolfin-Nagellack einmal wöchentlich.
Sven Siebenand, Chefredakteur