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Online-Studie

Effektiver Lernen mit Duftstoffen

Die Exposition von Duftstoffen während des Lernens und Schlafens kann die Gedächtnisleistung erhöhen. Das ist bereits aus früheren Studien bekannt. Deutlich steigern lässt sich der Lernerfolg, wenn derselbe Duftstoff auch während einer Prüfung zum Einsatz kommt. Das legte eine aktuelle Online-Studie der Uniklinik Freiburg nahe. Der Lerneffekt ist jedoch begrenzt.
Laura Rudolph
20.02.2023  18:00 Uhr

Rosenduft könnte zu besseren Prüfungsergebnissen verhelfen – vorausgesetzt, er kommt beim Lernen, Schlafen und während der Prüfung selbst zum Einsatz. Das berichten Forscherinnen und Forscher des Uniklinikums Freiburg und des Freiburger Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene im Fachjournal »Scientific Reports« (DOI: 10.1038/s41598-023-28676-z). Probandinnen und Probanden, die während allen drei Aktivitäten einem Rosenduftgranulat exponiert waren, schnitten in einer Online-Studie bei einem deutsch-japanischen Vokabeltest um durchschnittlich 8,5 Prozentpunkte besser ab als Probandinnen und Probanden, die während mindestens einer Phase nicht dem Duftstoff ausgesetzt waren. 

In die Analyse gingen Daten von 165 Probandinnen und Probanden zwischen 18 und 35 Jahren ein, die keine Vorkenntnisse der japanischen Sprache hatten. Während einer dreitägigen Lernphase sollten die Teilnehmenden 40 japanisch-deutsche Vokabelpaare lernen und anschließend in Tests am Computer wiedergeben. Das gesamte Experiment fand im häuslichen Umfeld der Teilnehmenden statt. Sie erhielten vom Forschungsteam per Post Briefumschläge mit Rosenduftgranulat oder geruchslosen Papierschnitzeln und genaue Anweisungen, wo und wie sie die Umschläge während des Lernens, Schlafens oder während des Vokabeltests aufstellen sollen.

Sie wurden in vier Gruppen eingeteilt: Die Gruppe LS war den Duftstoffen beim Lernen und Schlafen exponiert, die Gruppe LT beim Lernen und während des Tests. Die Gruppe LST war dem Duft bei allen drei Aktivitäten ausgesetzt. Eine Kontrollgruppe war statt Rosenduft geruchlosen Papierschnitzeln beim Lernen, Schlafen und bei den Tests ausgesetzt. Zwischen den einzelnen Aktivitäten sollten die Teilnehmenden die Umschläge luftdicht verpacken und den Raum lüften, um eine gezielte Duftexposition nur zu den festgelegten Zeitpunkten zu gewährleisten.

Das Experiment startete mit zwei Lernsitzungen am ersten Tag, die aus je vier Minuten lernen und fünf Minuten Überprüfung bestanden: Der Bildschirm zeigte die Vokabelpaare in zufälliger Reihenfolge für jeweils drei Sekunden an. Während des Testteils hatten die Probanden je neun Sekunden Zeit, die deutsche Übersetzung für eine japanische Vokabel einzutippen. Die Tage 2 bis 4 bestanden aus je einer Lerneinheit in umgekehrter Reihenfolge: erst testen, dann lernen. So konnten die Forschenden bewerten, wie viele Vokabeln aus der Lernsitzung vom Vortag verinnerlicht wurden. Es gab insgesamt drei Abschlusstests, die einen Tag, eine Woche und vier Wochen nach der letzten Lerneinheit stattfanden.

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