Pharmazeutische Zeitung Online
AMK
Digitalisierung

E-Rezept, ABDA-Datenbank und künstliche Intelligenz

Auch der dritte Tag des Deutschen Apothekertages 2018 in München ist bei der Antragsberatung durch eine stets fast einheitliche Abstimmung gekennzeichnet. Zu Beginn stand das Thema Digitalisierung auf der Tagesordnung. 
Kerstin Gräfe
12.10.2018
Datenschutz bei der PZ

Der Apothekerverband Schleswig-Holstein brachte mehrere Anträge ein, die den Gesetzgeber auffordern, die Telematikinfrastruktur zu beschleunigen und die notwendigen Geräte und Softwarebestandteile in den Apotheken zeitnah bereitzustellen. So soll es für die Einführung des E-Rezeptes und des E-Medikationsplans einen klaren Zeitplan geben. 

Ferner hat sich die Hauptversammlung für eine stufenweise des Einführung der E-Verordnung ausgesprochen. Antragsteller war der ABDA-Vorstand und ABDA-Präsident Friedemann Schmidt warb  für Zustimmung: »Wir wollen mit diesem Antrag dem Projekt E-Verordnung nochmal einen politischen Drive geben. Es wäre daher eine große Hilfe, wenn Sie sich hier dafür nochmal klar positionieren würden.« Die Hauptversammlung folgte dem Antrag einstimmig.

Der Apothekerverband Nordrhein wünscht sich, dass die ABDA-Datenbank weiter entwickelt und die Kooperation mit Softwarehäusern zur gemeinsamen Implementierung von AMTS- und Medikationsanalyse-Tools gesucht wird. Matthias Zimmermann, Leiter ADATA-Pharma-Service, begrüßte diesen Antrag: »Mit dem Projekt haben wir bereits 2013 begonnen und die ersten Auslieferungen an die Softwarehäuser sind letzte Woche erfolgt.« Als Endpunkt avisierte er das Jahr 2020.

Des Weiteren brachte der Apothekerverband Nordrhein einen Antrag zur Nutzung von modernen Technologien wie künstliche Intelligenz ein. Peter Froese, Chef des Verbands Schleswig-Holstein, warb vehement für Zustimmung: »Wenn wir dieses Geschäftsfeld nicht erschließen, tun es andere. Lassen Sie uns verhindern, dass Technologien wie künstliche Intelligenz auf den Patienten niederknallen.« Es brauche essenziell den menschlichen Filter. Auch ABDA-Vizepräsident Mathias Arnold verwies nochmal ausdrücklich darauf, dass künstliche Intelligenz niemals die apothekerliche Kompetenz ersetzen könne. Es sei aber zu klären, wie sie sinnvoll in den Apothekenalltag integriert werden könne. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. 

Foto: iStock/alvarez

Mehr von Avoxa