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Webshops und Bestellplattformen

E-Commerce wird lokal – und die Preise?

Durch den steigenden Online-Anteil im OTC-Segment steigt auch die Vergleichbarkeit von Preisen. Was beim Preismanagement zu beachten ist, hat Hauke Kalz von Insight Health vergangene Woche beim virtuellen Summit von »Die Digitale Apotheke« (DDA) erläutert.
Julia Endris
22.06.2020  15:44 Uhr

Der OTC-Bereich ist laut Kalz ein wichtiger Frequenzbringer in der Apotheke. Zwar liege der Umsatz bei 6 Prozent, der Absatz jedoch bei 33 Prozent. Durch die zusätzliche digitale Präsenz der niedergelassenen Apotheken, beispielsweise durch Branchenportale wie Apora, oder durch eigene Webshops, erhalte die Apotheke die digitale Verbindung zum Patienten. Damit könne der Apotheker verhindern, dass der Frequenzrückgang in der Offizin auch zu einem Absatzrückgang führe.

Zudem stünden folgende Trends außer Frage: Die starke und immer noch steigende Bedeutung des Smartphones bei der Nutzung des Internets. Da das Smartphone seit dem Jahr 2016 die wichtigste Online-Oberfläche ist, muss auch die Apotheke dort hin, ist sich Kalz sicher. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft PWC bestellen selbst 21 Prozent der Generation 55+ häufiger im Internet, auch über mobile Endgeräte. Auch recherchierten laut Kalz rund 45 Prozent der Menschen online, bevor sie vor Ort einkaufen.

Service und Bequemlichkeit zählen - neben dem Preis

Kalz legt Apothekern nahe, neben der Vorbestellung die ganze Palette des Online-Shoppings anzubieten. Denn die Kundschaft sei bereit für Bequemlichkeit zu bezahlen. Kunden nehmen um 2 Prozent höhere Preise in Kauf, wenn sie per Paypal bezahlen können. Dies ergab eine Studie des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln. Demnach wünschen sich 49 Prozent der »Smart Natives«, also Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren, bei einer Online-Reservierung gleich im Anschluss online bezahlen zu können. Und 92 Prozent der jungen Befragten begrüßen es, wenn sie die Verfügbarkeit der Produkte online prüfen können. Ebenso viele finden es laut IFH gut, ihre Bestellung im Geschäft abzuholen. 

»Click and Collect«, also die Online-Bestellung und die Abholung im Geschäft, stehe generell bei Kunden hoch im Kurs. Selbst Amazon baue nun Shops vor Ort. Die meisten Apotheken böten als Option beim Online-Kauf zusätzlich die schnelle und oftmals kostenlose Lieferung via Botendienst an. Letzteres kommt bei 67 Prozent der jungen Zielgruppe gut an, weiß Kalz aus der IFH-Studie. Die Online-Zahlung biete demnach einen weiteren großen Vorteil: In der Apotheke kommt der Preis gar nicht mehr zur Sprache. Dies sei auch für die Preisstrategie ein großes Plus.

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