| Alexandra Amanatidou |
| 07.10.2026 14:30 Uhr |
Im weiteren Verlauf fanden zwei Diskussionsrunden statt. Dominik Schumacher, Geschäftsführer des Biosimilars-Unternehmens Science Holding, beobachtet ein kontinuierlich hohes Interesse an Investitionen in Deutschland und der Europäischen Union. Hier gebe es gute Forschung und viele Patientinnen und Patienten. Allerdings sei es sehr schwierig, Produkte in der EU zuzulassen. Mit Blick auf die Biotech-Branche sagte er: »Weniger Hürden sehen und einfach machen. Dann werden auch die Hürden kleiner.«
Joachim Schultze, Wissenschaftlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), bekräftigte, dass Spitzenforschung allein nicht ausreiche, um neue Innovationen auf den Markt zu bringen. Es bräuchte mehr Menschen mit Unternehmergeist an den Universitäten.
Auch Ulrike Elsner, die Vorstandsvorsitzende des Verbands der Ersatzkassen (vdek), war dabei. In Deutschland gebe es einen Markt von fast 80 Millionen Menschen, die krankenversichert seien. Innovation sei ein wichtiger Treiber. »Wir schaffen es aber nicht, Prioritäten zu setzen«, so Elsner.
Sebastian Kobold, Direktor und Facharzt am Institut für Klinische Pharmakologie des LMU Klinikums, plädierte für mehr Mut bei Investitionen. Europa solle nicht andere Länder kopieren, sondern sich auf Innovationen fokussieren, die es nur hier gibt.
Claudia Traidl-Hoffmann, Inhaberin des Lehrstuhls für Umweltmedizin an der Universität Augsburg, sagte, dass die Nobelpreisträger bei ihrer Forschung nicht an Wirtschaftskraft oder Produkte gedacht hätten. Diese freie Forschung, wie sie an Universitäten bereits betrieben werde, sei notwendig. »Innovation braucht den Mut, Risiken einzugehen.«