| Daniela Hüttemann |
| 08.07.2026 15:00 Uhr |
Levetiracetam wird auch bei Kindern mit Epilepsie zur Anfallsbehandlung eingesetzt (Symbolbild). / © Getty Images/Dusan Atlagic
Bislang war dem Fertigarzneimittel Keppra® 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen eine 3-ml-Applikationsspritze beigefügt. UCB Pharma ersetzt diese nun durch eine 5-ml-Spritze und informiert begleitend in einem Rote-Hand-Brief über die Umstellung, da sie ein potenzielles Risiko für Medikationsfehler birgt. Das Medikament wird bei Kindern im Alter von sechs Monaten bis vier Jahre mit Epilepsie eingesetzt und ist bei ihnen indiziert zur Zusatzbehandlung partieller Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung.
Die neue Applikationsspritze hat die gleiche Skalierung von 0,1 ml wie die bisherige 3-ml-Spritze sowie zusätzliche Graduierungen in 0,25-ml-Schritten. Die neue Spritze kann aufgezogen bis zu 500 mg Levetiracetam als Lösung enthalten, während die vorherige Version nur maximal 300 mg Wirkstoff fasste. Die Pharmazentralnummer ändert sich von 05453806 zu 19164388 und auch die Farbe wechselt von roter auf blaue Schrift. Die Produktinformation, Primärverpackung (Glasflasche) und äußere Verpackung (Faltschachtel) werden nun aktualisiert.
UCB Pharma bittet alle involvierten Heilberufler, die Betreuungspersonen bei Verordnung oder Abgabe des Präparats mit der neuen 5-ml-Applikationsspritze über die Änderung des Volumens und die feinere Skalierung zu informieren. Die Betreuungspersonen sollen in der Abmessung der korrekten Dosis mit der neuen Spritze unterwiesen werden und die Anwendung und Reinigung erklärt werden. Die Applikationsspritze soll durch Spülen mit kaltem Wasser gereinigt werden, indem der Kolben mehrmals auf und ab bewegt wird, ohne die beiden Bestandteile zu trennen.
Die alte Applikationsspritze (links) und die neue Spritze (rechts) im Vergleich. / © UCB Pharma
Zudem soll das Fachpersonal die Betreuungspersonen daraufhinweisen, die Anweisungen in der Packungsbeilage zum Erkennen von Anzeichen und Symptomen einer Levetiracetam-Überdosierung zu lesen und sie darüber zu informieren, was in einer solchen Situation zu ist. Eine Überdosierung von Levetiracetam kann zu Somnolenz, Agitiertheit, Aggression, herabgesetztem Bewusstsein, Atemdepression und Koma führen.
Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) bittet Apothekerinnen und Apotheker, Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigte oder Betreuungspersonen bei der Abgabe des Produkts angemessen zu informieren und Arzneimittelrisiken im Zusammenhang mit der Anwendung von Levetiracetam online unter www.arzneimittelkommission.de zu melden.
Bei den beiden Produkten Keppra 150 ml mit 1-ml-Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen (für Kinder im Alter von einem bis sechs Monaten) sowie 300 ml mit 10-ml-Applikationsspritze (für Kinder ab vier Jahren) ändert sich nichts bei der Dosierhilfe.