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Werbekampagne
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dm führt OTC-Versand und Drogerie zusammen

Seit Dezember 2025 verschickt die Drogeriekette dm OTC-Arzneimittel aus Tschechien. Die unscharfe Trennung im Onlineshop vom Drogeriesortiment wurde von Anfang an kritisch gesehen – jetzt will dm den gemeinsamen Bestellvorgang sogar mit einer TV-Kampagne bewerben.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 01.09.2026  09:10 Uhr

Unter dem Claim »Alles zusammen. Einfach bestellt« bewirbt die Drogeriekette die Option, sowohl Produkte aus dem dm-Sortiment als auch vom OTC-Versender dm-med online oder über die App in einem gemeinsamen Bestellvorgang zu beziehen. Die Spots sollen ab heute ausgestrahlt werden.

dm-Chef Christoph Werner hatte im Podcast »PZ Nachgefragt« schon zum Start des Arzneiversandgeschäfts keinen Hehl daraus gemacht, dass man die Apothekenpflicht beim Drogerieriesen eher als historische Überlieferung ansehe.

In diese Kerbe schlägt dm auch mit der aktuellen Kampagne. Für viele Menschen gehöre es zum Alltag, dass Produkte aus der Drogerie und solche aus der Apotheke zu Hause nebeneinander gelagert werden. Und dieser Ort, an dem die Produkte »im täglichen Leben selbstverständlich nebeneinander ihren Platz finden«, ist laut dm das Badezimmer. Dass Arzneimittel gerade nicht im feucht-warmen Milieu von Bad oder Küche gelagert werden sollen, hat sich offenbar noch nicht bis in die dm-Zentrale herumgesprochen.

Klage der Wettbewerbszentrale

Die Wettbewerbszentrale hatte schon im Februar beim Landgericht Karlsruhe Klage gegen dm erhoben. Sie sieht in dem Angebot eine Vermischung von Drogerie- und Apothekenangeboten. »Zum Schutz der Allgemeinheit vor Fehl- oder Mehrgebrauch von Arzneimitteln sollten diese jedoch nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit anderen Konsumgütern des täglichen Lebens angeboten werden«, so die Auffassung der Wettbewerbszentrale. Am 23. September steht in der Sache die mündliche Verhandlung an.

Trotz anstehender Prozesse zu Gesundheitsdienstleistungen möchte die Drogeriemarktkette dm zudem ihr Angebot ausbauen – und auf den Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausweiten. Mittlerweile sei die technologische Entwicklung so weit, dass man mit Sensorik viele Vitaldaten und Parameter ohne größeren Aufwand zuverlässig erfassen könne. Dafür reiche es zum Beispiel, sich angezogen in eine Kabine zu stellen. Noch in diesem Jahr will dm dieses Angebot einführen.

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