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Antibiotika-Abgabe

Diese Hinweise sollten nicht fehlen

Antibiotika können nicht ihr volles Potenzial entfalten, wenn sie nicht richtig angewendet werden. Deshalb sollten Apotheker ihren Kunden bei der Abgabe eines Antibiotikums einige Ratschläge mit auf den Weg geben.
Annette Rößler
21.09.2020  13:00 Uhr

Über Abgabe-Hinweise zu Antibiotika referierte Apothekerin Dörte Schröder-Dumke aus Hamburg bei einer Online-Fortbildung der Apothekerkammer Berlin am 13. September. »Sagen Sie bitte immer dazu, dass die Tabletten mit einem großen Glas Wasser einzunehmen sind«, so Schröder-Dumke. Das klingt trivial, ist aber wichtig, denn häufig sind es sehr große Tabletten, die die Patienten sonst nur mit Schwierigkeiten schlucken können, besonders wenn es sich um ältere Menschen handelt.

Wichtig sei zudem, den Einnahmezeitpunkt (zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon) sowie die Einnahmeintervalle zu berücksichtigen, um Unter- oder Überdosierungen zu vermeiden, betonte die Apothekerin. Auch die vom Arzt empfohlene Dauer der Behandlung solle strikt eingehalten werden: »Viele Patienten haben es noch im Kopf, dass die Packung immer ganz aufgebraucht werden muss. Von der generellen Empfehlung, zwei bis drei Tage über Symptomfreiheit hinaus zu behandeln, ist man aber mittlerweile abgekommen«, informierte Schröder-Dumke.

Eine Regel gelte jedoch immer: Drei Tage nach dem Start einer Antibiotika-Therapie sollte der Patient sich schon deutlich besser fühlen. Bleibe dies aus, liege höchstwahrscheinlich eine Resistenz gegen das eingesetzte Antibiotikum vor. Daher sollten Apotheker ihren Patienten stets mit auf den Weg geben, dass sie sich in diesem Fall gleich mit ihrem Arzt in Verbindung setzen sollten, ohne erst das Ende der Behandlung abzuwarten.

Probiotika während oder nach der Antibiotika-Einnahme?

Durchfall ist eine häufige Nebenwirkung von Antibiotika, die oft auch erst sechs bis acht Wochen nach der entsprechenden Therapie auftritt. Da die Ursache eine Dysbalance der Mikrobiota im Darm ist, werden häufig Probiotika zur Linderung empfohlen. Hierzu sagte Schröder-Dumke: »Es gibt viele Hinweise, dass es etwas nützt, die Frage ist nur, welche Probiotika man wann einsetzt.«

Die meisten entsprechenden Präparate seien Nahrungsergänzungsmittel mit sehr dünner Datenlage. Am besten untersucht seien Omniflora® und Perenterol® forte. Am sinnvollsten sei vermutlich die Gabe im Anschluss an die Antibiotika-Therapie. Wenn Probiotika bereits während der Antibiose angewendet werden sollten, sei darauf zu achten, dass zwischen der Einnahme des Antibiotikums und der des Probiotikums mindestens eine bis zwei Stunden vergehen.

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