| Melanie Höhn |
| 01.06.2026 12:40 Uhr |
v.l.: Emma Fröling, Sarah Junghans, Präsidentin der Apothekerkammer Berlin Ina Lucas, Anna Jonas und Markus Kirchner. / © Schneider/Spreekind-Fotografie
Für den 29-jährigen Markus Kirchner war es ein Sprung ins kalte Wasser: Vor drei Monaten übernahm er die Koala-Apotheke in Berlin-Pankow und ist nun verantwortlich für 34 Angestellte. »Wichtig war für mich, dass die Stammkunden wissen: Das hier ist ein Ort, an dem man sich um sie kümmert und wo das Verantwortungsbewusstsein des Vorgängers erhalten bleibt«, sagte er zur PZ. »Ich bereue bisher keinen Tag.«
Beim dritten Netzwerktreffen »Kammer aktiv« der Apothekerkammer Berlin sprach er mit anderen Kammermitgliedern über die Zukunft des Berufsstandes und dessen Wandel. Dabei ging es auch um Nachwuchsgewinnung, neue Perspektiven für junge Apothekerinnen und Apotheker und die ehrenamtliche Mitgestaltung des Berufsstands. Denn klar ist: Der Apothekerberuf befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen.
Erwartet hätte Markus Kirchner nicht, dass ihm die Verhandlungen mit den Großhändlern in seinem neuen Alltag so viel Spaß machen, erzählte er. »Man darf sich nicht unter Wert verkaufen.« Eigentlich wollte der gebürtige Leipziger nie in die öffentliche Apotheke, doch im Studium sei ihm diese ans Herz gewachsen. Generell schätzt er die Vielseitigkeit am Apothekerberuf: »Wir können mit diesem Studium in viele verschiedene Bereiche gehen und haben eine Jobgarantie«, so Kirchner. Dennoch müsse das Berufsbild des Apothekers noch besser in der Bevölkerung kommuniziert werden, damit sich auch in Zukunft junge Menschen für dieses Studium entscheiden.
Entscheidend sei, klar zu kommunizieren, was den Berufsstand besonders mache. Die spezifischen Kompetenzen der Apothekerschaft müssten stärker nach außen getragen und kommuniziert werden, erklärte der Apotheker. Nur so werde dieses Alleinstellungsmerkmal (USP) und dessen Bedeutung auch von der Politik wahrgenommen und entsprechend berücksichtigt.
Die Berliner Kammerpräsidentin Ina Lucas betonte die Bedeutung der Einbindung des Nachwuchses: »Die Zukunft unseres Berufsstandes entscheidet sich nicht irgendwann – sie beginnt jetzt. Deshalb ist es wichtig, jungen Apothekerinnen und Apothekern zuzuhören, ihre Perspektiven ernst zu nehmen und ihnen Räume für Mitgestaltung zu eröffnen.«
Zudem schwärmte Lucas von den positiven Aspekten bei der Arbeit in der öffentlichen Apotheke. »Es gibt im Dreiminutentakt positive Rückmeldungen, das ist ein riesiges Asset, was wir haben«, sagte sie.