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70 Jahre DNA-Doppelhelix
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Die Frau hinter der Entdeckung

Am 25. April 1953 wurde die Struktur der Erbinformation, die DNA-Doppelhelix, erstmals veröffentlicht. Eine Entdeckung, die die Medizin revolutionierte. Sie wird vor allem zwei Männern zugeschrieben, James Watson und Francis Crick, dabei war eine Frau maßgeblich beteiligt, die hierfür nie ausreichend gewürdigt wurde.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 25.04.2023  18:00 Uhr

Sexismus in der Wissenschaft besteht bis heute 

Insgesamt müsse Franklin nicht als Opfer von wissenschaftlichem Fehlverhalten, sondern als gleichwertiger Teil eines vierköpfigen Teams gesehen werden, dem es gelang, die Struktur der DNA aufzuklären, schreiben Comfort und Cobb. Ein Artikel einer Journalistin des »Time Magazine«, dessen Entwurf die beiden Biografen nun entdeckten, hätte dieses Bild geradegerückt – er war aber wegen wissenschaftlicher Schwächen im Text nie gedruckt worden. So erhielt Franklin zu Lebzeiten nicht den ihr gebührenden Ruhm für ihre Leistungen. Als Watson und Crick zusammen mit Wilkins 1962 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden, war Franklin bereits vier Jahre tot. Sie starb 1958 an einer Krebserkrankung, die vermutlich durch die bei der Röntgenstrukturanalyse verwendete Strahlung verursacht wurde.

Franklins Geschichte korrekt zu erzählen, sei wichtig, schreiben Comfort und Cobb. »Sie war nicht nur mit dem Alltagssexismus dieser Zeit, sondern auch mit subtileren Formen in der Wissenschaft konfrontiert, von denen einige noch heute bestehen.«

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