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Nach CSD-Anschlag
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»Die Ereignisse haben uns tief betroffen gemacht«

Nach den Geschehnissen auf dem Berliner CSD wollen die Ahorn-Apotheke und die Süd-Apotheke in Frankfurt am Main ein Zeichen für Menschlichkeit und Vielfalt setzen: Mit einem gemeinsam entworfenen Aushang positionieren sie sich gegen Hass und Gewalt.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 27.07.2026  15:45 Uhr

René Kreibich, PTA in der Ahorn-Apotheke in Frankfurt am Main, möchte mit einem Aushang deutlich machen, dass auch eine Apotheke Haltung und Solidarität mit Betroffenen zeigen kann, die von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen sind.

Vor dem Hintergrund der Ereignisse beim Berliner CSD sei es ihm ein Anliegen, dass die Gesellschaft deutlich mache, dass Queerfeindlichkeit keinen Platz in unserer offenen Gesellschaft hat, erklärte er gegenüber der PZ. »Der Schutz und die Sicherheit der queeren Community sind nicht nur Aufgaben von Politik und Sicherheitsbehörden, sondern gesamtgesellschaftliche Aufgaben«, so Kreibich, der auch Vorstandsmitglied Aidshilfe Frankfurt ist. Als Apotheken mit hohem Anteil an queeren Menschen innerhalb der Kundschaft hätten sich die Ahorn-Apotheke und die Süd-Apotheke dazu entschieden, einen Aushang zur Solidaritätsbekundung zur Berliner Terrortat auszuhängen.

»Wir möchten mit dem Aushang ein sichtbares Zeichen setzen und zeigen, dass sich alle Kundinnen und Kunden bei uns willkommen und wohlfühlen können«, erklärte Kreibich gegenüber der PZ. Auch berichtete er, dass er sich beim CSD vergangene Woche in Frankfurt am Main mehr Beteiligung gewünscht hätte. Sein Vorbild ist Norwegen: »Ich war in kürzlich Tromsø, wo sich viele Menschen und auch Apotheken sichtbar für Offenheit, Respekt und Zusammenhalt positionieren. Wann, wenn nicht jetzt?«, so der PTA. Kreibichs Kollege berichtete, dass es bereits eine Rückmeldung zu dem Aushang von einer Kundin aus der queeren Community gab: Sie bedauere, dass Unternehmen und politische Parteien inzwischen weniger Geld in die Hand nehmen würden, um die queere Community sichtbar zu machen.

 

»Gutes Zeichen, wenn Akteure wie Apotheken Solidarität zeigen«

In dem Aushang mit der Überschrift »Gemeinsam für Menschlichkeit, Respekt und Vielfalt« schreiben die beiden Apotheken: »Die Ereignisse rund um den Berliner CSD haben uns tief betroffen gemacht. Als Apotheke sind wir täglich für Menschen da – unabhängig von Herkunft, Religion, sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität oder Lebensweise. Jeder Mensch verdient Respekt, Wertschätzung und die Möglichkeit, ohne Angst zu leben.«

Deshalb wollen die beiden Apotheken ein »sichtbares Zeichen der Solidarität« setzen, wie es weiter heißt. »Wir stehen an der Seite aller Menschen, die von Hass, Ausgrenzung oder Gewalt betroffen sind. Gewalt darf niemals ein Mittel sein, Unterschiede oder Meinungen auszutragen. Unsere Apotheke ist ein Ort, an dem alle willkommen sind. Wir stehen für Menschlichkeit, Offenheit und gegenseitigen Respekt – Werte, die unsere Gesellschaft stark machen. Für Vielfalt. Für Zusammenhalt. Gegen Hass und Gewalt.«

Kreibich sagt: »Wir würden uns sehr freuen, wenn noch mehr Apotheken dem nachkämen und wir somit der Gesellschaft aufzeigen, dass Apotheken insgesamt solidarisch auftreten und wir als Apotheke ein sicherer Ort sind. Queeren Aktivist*innen fällt auf, dass größere Unternehmen ihre Solidarität gegenüber der queeren Community zurückgeschraubt haben, daher wäre es ein gutes Zeichen, wenn Akteure wie Apotheken hier Solidarität zeigen.«

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