| Alexander Müller |
| 23.09.2026 16:25 Uhr |
Neumann-Grutzeck schaut mit Sorge auf die sinkende Gesundheitskompetenz, hier sieht die Ärztin Nachholbedarf. »Es nützt nichts, wenn wir weitere Pillen schlucken und nicht bei Ernährung und Bewegung anfangen.« Dem pflichteten Lucas und Ullrich bei, die sich beide ein Schulfach Gesundheit wünschen würden.
Journalistin Haaks stellte fest, dass sich gerade in Frauenzeitschriften im Bereich Selfcare unheimlich viel getan habe in den vergangenen zehn Jahren. Damit sei auch das Bedürfnis der Leserinnen nach dem Thema gestiegen. »Frauen zwischen 30 und 50 haben gar keine Zeit, zum Arzt zu gehen, die gehen in die Apotheke«, so Haaks.
Ullrich von Pharma Deutschland betonte, dass auch die Industrie nicht Umsatz um jeden Preis anstrebe. Hersteller profitierten demnach von der guten Beratung in der Apotheke: Nur zufriedene Kunden seien für den Nachkauf zu aktivieren. Er würde sich wissenschaftliche Belege dafür wünschen, dass die Beratung in der Apotheke die Wirksamkeit der Arzneimittel verbessert. Dieser großen Herausforderung sollten sich Industrie und Apotheke gemeinsam stellen. Pechmann verwies auf Störgrößen, die eine solche Erhebung erschwerten.
Und der Wirtschaftsethiker verwies abschließend auf die neue »Konkurrenz«, da sich die Menschen eine Ersteinschätzung immer öfter von der KI besorgen würden. Vernünftig gemacht könne das sogar zur Entlastung des Systems führen, schlecht gemacht hätte man einfach nur eine Komplexitätsstufe mehr. Dann wüssten die Leute gar nicht mehr, ob sie mit einem Problem in die Praxis oder in die Apotheke gehen sollten, sondern würden zuerst ihre KI fragen.