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SARS-CoV-2-Impfstoffe

Die Angst vor Diebstahl

Noch werden die verschiedenen SARS-CoV-2-Impfstoffkandidaten klinisch getestet. Aber alle Hersteller dieser Impfstoffe haben längst auch mit der Produktion kommerzieller Impfstoff-Chargen begonnen. Diese sicher zu lagern und später auch zu transportieren, erweist sich als eine unerwartete Herausforderung.
Theo Dingermann
26.10.2020  09:00 Uhr

Mehrere Nachrichtenportale berichten derzeit über ungewöhnliche Aktivitäten kurz vor Ende der Entwicklung der ersten SARS-CoV-2-Impfstoffe. Diese wertvolle Ware, die längst schon für den Markt produziert wird, obwohl bisher noch keine Zulassung erteilt wurde, muss aufwendig vor Diebstahl geschützt werden. So werden die bisher produzierten Impfdosen an geheimen Orten gelagert, wie unter anderem das »Wall Street Journal« berichtet.

Auch der Transport der Impfstoffe erfolgt unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Pfizer beispielsweise wird die Transporte mit einer eigens entwickelten GPS-Software ausstatten, mit deren Hilfe die Verteilung überwacht wird. Tatsächlich plant man so weit zu gehen, dass auch Lieferungen auf die Reise geschickt werden, die den Transport der Impfstoffe nur vortäuschen, um Kriminelle in die Irre zu führen.

Heiß begehrte Ware 

Derart außergewöhnliche Sicherheitsvorkehrungen werden getroffen, da man befürchtet, dass kriminelle Kreise versuchen werden, die heiß ersehnten Impfstoffe zu stehlen. So bestätigt auch die Firma Moderna, ihr Sicherheitskonzept aus gegebenem Anlass angepasst zu haben. »Es wird Menschen geben, die sich illegal Zugang zu den Impfstoffen verschaffen wollen«, sagte Juan Andres, der bei Moderna für den technischen Betrieb zuständig ist. »Daher muss der Impfstoff besonders geschützt werden.«

Auch etliche Krankenhausapotheken erhöhen ihre Sicherheitsstandards. Beispielsweise hat sich das Jefferson-Health-Krankenhaussystem in Philadelphia verpflichtet, Sicherheitskameras und Zugangsbeschränkungen für Gefrierräume zu installieren, in denen der Impfstoff gelagert werden soll.

Schutz vor Fälschungen

Neben Diebstahl rücken auch Fälschungen in den Fokus der Sicherheitsmaßnahmen im Zusammenhang mit diesem Jahrhundert-Impfstoffprojekt. Beispielsweise hat der Glashersteller Corning Inc. die Injektionsfläschchen für die Impfstoffe zum Schutz vor Covid-19 mit einer Schwarzlicht-Verifizierung ausgestattet, um mögliche Fälschungen schnell und sicher identifizieren zu können.

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