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Unterbewusstsein
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Der Name prägt das Leben

Ob Beruf, Partner oder Wohnort – unser Name kann unsere Entscheidungen beeinflussen. Diverse Studien kommen zum selben Schluss: Nomen est omen. Der Grund: Unser Gehirn liebt Vertrautes.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 03.03.2026  07:00 Uhr

Namen formen Vorstellungen

Auch Freundschaften scheinen vom Namen beeinflusst zu sein. Eine Social-Media-Analyse der Universität Süd-Kalifornien zeigte, dass Nutzerinnen und Nutzer mit denselben Namen häufiger miteinander vernetzt waren – Michaels also eher mit Michaels als mit Johns. Dieser Effekt trat unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Zugehörigkeit und Alter auf. Die Forschenden sahen darin einen weiteren Hinweis darauf, wie sich ein positives Selbstbild auf andere Bereiche überträgt.

Namen prägen zudem die Vorstellung, die wir von anderen Menschen haben. Häufig verbinden wir Persönlichkeitstypen oder Gesichtsformen mit laut-symbolischen Assoziationen. So stellt man sich eine Molly eher rundlich vor, während eine Karin kantiger wirkt. Auch Eigenschaften wie Alter, Attraktivität und Intelligenz bringen wir mit bestimmten Vornamen in Verbindung, wie Psychologen der Technischen Universität Chemnitz feststellten. Ihr Fazit: Je jünger ein Name klingt, desto attraktiver erscheint die Person – und je attraktiver, desto intelligenter.

Einfluss auf Kaufentscheidungen

Der Name-Letter-Effekt kann sogar Kaufentscheidungen beeinflussen. Eine Marketingstudie, an der Pelham ebenfalls beteiligt war, zeigte: Tonya griff zum Schokoriegel Twix. Wir bevorzugen also Produkte, die mit vertrauten Buchstaben beginnen.

All diesen unbewussten Entscheidungen liegt Vertrautheit zugrunde – und daraus entsteht Sympathie. Verbinden wir mit etwas oder jemandem positive Eigenschaften, fühlen wir uns angezogen und schenken schneller Vertrauen.

Der Effekt reicht jedoch noch weiter, wie eine Studie der Universität Köln verdeutlichte. Als die Teilnehmenden ihr virtuelles Geld einer anderen Person anvertrauen sollten, erhielt Tverdokhleb deutlich weniger als Flemming. Weniger Geld bedeutete weniger Vertrauen. Das Forschungsteam schloss daraus: Leicht auszusprechende Namen lassen sich mental flüssiger verarbeiten, erzeugen ein gutes Gefühl und fördern damit Zuversicht, auf jemanden bauen zu können.

In einem weiteren Experiment sollten Studierende Aktienempfehlungen abgeben. Wenig überraschend schlugen sie verstärkt jene Aktien vor, deren Initialen mit ihrem eigenen Vor- oder Nachnamen übereinstimmten.

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